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15.04.2026 | QLT Redaktion

Am 18.4. feiert Anton Tschechows Klassiker »Der Kirschgarten« in der Inszenierung und Choreografie von Henri Hüster und Bea Carolina Remark Premiere in der Spiegelhalle. Erzählt wird die Geschichte vom Niedergang einer Familie, die an überholten Mustern ihrer Vergangenheit festhält, während sich die gesellschaftlichen Verhältnisse längst gewandelt haben. Das Regieteam versteht Tschechows Werk als körperlichen Ausnahmezustand: Ausgehend vom Bewegungsimpuls entsteht ein Vergleich zwischen dem Kippen sozialer Sicherheiten und dem Taumeln des Körpers. Bei der Vorstellung am 13.5. wird zudem eine Audiodeskription zum Stück angeboten.
Am 24.4. feiert im Stadttheater »Schimmel! Ohne Pferd und ohne Reiter« seine Uraufführung. Hannes Weiler und sein Team setzen sich – wie der Titel bereits andeutet – mit Theodor Storms Klassiker »Der Schimmelreiter« auseinander und entwickeln ihn inhaltlich wie ästhetisch weiter. Die Parallele, dass heute viele Menschen mit ähnlicher Emotionalität auf notwendige Maßnahmen zum Schutz von Klima und Umwelt reagieren wie einst die Dorfbewohner zu Haukes Zeiten, wirkt dabei besonders eindringlich.
Bereits am 26.4. folgt auf der Werkstattbühne die Premiere von »Haus Blaues Wunder«. Herr Goldbeutel und Herr Pfefferkorn samt seinem Eichhörnchen Badesalz werden unvermittelt zu Mitbewohnern: Beide haben – ohne voneinander zu wissen – dasselbe Haus gekauft. Es entspinnt sich ein »Mexican Standoff«, bei dem sich zunehmend die Frage stellt, wer das Zusammenleben länger durchhält. Milan Gather inszeniert dieses pointierte Stück mit feinem Humor und großer Empathie und schafft so einen ebenso skurrilen wie berührenden Theaterabend.
Noch bis zum 30.4. ist die Produktion »Zehner« im Stadttheater zu erleben. Aus einem scheinbar kleinen Anlass, der Schließung des Zehnmeterbretts im Freibad, entwickelt sich eine grundlegende Auseinandersetzung mit Fragen nach Mitbestimmung, Protest und politischem Denken. Am Sonntag, 10.5., um 15 Uhr, findet wieder eine neue Ausgabe des »Jungen Sonntag« im Foyer der Spiegelhalle statt. Ensemblemitglieder öffnen ihre ganz persönlichen Lieblingsbücher und nehmen alle Kinder ab 4 Jahren mit in spannende, lustige und zauberhafte Geschichten. Der Eintritt ist frei, die Teilnehmerzahl jedoch begrenzt.
Anmeldung über www.theaterkonstanz.de
Ab dem 13.6. wird auf dem Münsterplatz »Leonce und Lena« von Georg Büchner gespielt. Nach dem fulminanten »Sommernachtstraum« 2024 wird Regisseur Ekat Cordes in diesem Jahr Büchners märchenhaftes Lustspiel als Liebesgeschichte wider Willen mit viel Herzschmerz und italienischem Flair erzählen.
Schnell Karten sichern auf www.theaterkonstanz.de oder an der Theaterkasse im KulturKiosk in der Wessenbergstraße 41.