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Museumsnacht–Hegau-Schaffhausen

17.08.2022 | QLT Redaktion

Grenzüberschreitend Kunst und Kultur genießen, einen Abend lang Museen, Galerien und viele weitere Veranstaltungsorte erkunden, Menschen treffen, Gespräche führen, sich über musikalische und kulinarische Entdeckungen freuen – dies alles bietet die Museumsnacht Hegau-Schaffhausen am 17.9. kulturinteressierten Nachtschwärmern. Über 60 Kunstorte zeigen in zehn Gemeinden ein facettenreiches und vielfältiges Programm. Beteiligt sind neben Veranstaltern in Schaffhausen und Singen zahlreiche Galerien, Museen und Kulturschaffende in Diessenhofen, Hallau, Neuhausen am Rheinfall, Stein am Rhein, Stockach, Thayngen, Wangen und erstmals auch in Ramsen.

Das diesjährige Programm ist wieder vielversprechend und vielseitig: So können nicht nur zahlreiche Museen und Galerien, wie die Ausstellungen in der Schaffhauser Kunsthalle Vebikus oder der Singener Maler im Rathaus Singen, die Sammlungen des Kunstmuseums Singen und des Museums zu Allerheiligen in Schaffhausen, sondern auch Lesungen, musikalische Programme und verschiedene Performances besucht werden. Freunde der Lokal- und Zeitgeschichte kommen zum Beispiel im Hegau-Museum Singen, im Museum Fischerhaus in Wangen oder im Museum Zeughaus in Schaffhausen auf ihre Kosten und finden auch im „Haus zur Gewesenen Zeit“ in Diessenhofen oder im Kulturzentrum Sternen in Thayngen spannende Details aus der jüngeren Vergangenheit.

Kunstschaffende der ganzen Region präsentieren einen Abend lang ihre aktuellen Werke: So öffnen neben zahlreichen Ateliers der Kunstraum „reinart“ in Neuhausen, die Galerie „marcella artfacts“ in Hallau, die Galerie Vayhinger in Singen oder auch die Galerie zum Kranz in Ramsen ihre Türen. Außergewöhnliches und Besonderes darf auch in dieser Nacht entdeckt werden, so lohnt sich ein Besuch des Seilermuseums in Stockach, des Klosters Sankt Georgen in Stein am Rhein bei Nacht oder auch ein Abstecher zu „FATart“ in Schaffhausen. Während der Museumsnacht können eine Nacht lang diese und viele weitere in kultureller und künstlerischer Hinsicht vielfältige Kunstorte in der Region entdeckt werden. Der Bogen dieser Museumsnacht ist wieder groß, das Angebot reich- und vielfältig. Früh starten lohnt sich auch in diesem Jahr!

Der Eintritt zur Museumsnacht Hegau-Schaffhausen ist weiterhin frei. Die Kunstorte können während der Veranstaltung von 17 bis 24 Uhr gratis besucht werden. Weitere Informationen zu Programm ab Ende August: www.museumsnacht-hegau-schaffhausen.com.

KulturPur in Singen

Natürlich hat Singen auch außerhalb der Museumsnacht das ganze Jahr „KulturPur“ zu bieten. Die Stadthalle, die GEMS, der Jazz Club, das Theater „Die Färbe“ und viele weitere engagierte Kulturleute sorgen dafür, dass es den großen & kleinen Singenern nicht langweilig wird.

Die Jugendmusikschule bietet nicht nur für die Jugend eine Auszeit aus dem Alltag. Seit Oktober 2021 wird in der Musikschule auch der Unterricht für Musikbegeisterte ab 27 Jahren angeboten und weitet somit den Schülerkreis aus. Orchester, Chor und Ensemblekurse machen das erlernen des Instruments zu einer spannenden Reise. So führte es im letzten Juni über 35 Musikerinnen und Musiker anlässlich des nationenübergreifenden Kooperationsprojektes LUNA, in die slowenische Partnerstadt Celje, um das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Singen und Celje (Slowenien) zu feiern. Die Jugendmusikschule leistet durch die musikalische Begleitung von Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag für das innerstädtische kulturelle Leben bis über die Stadtgrenzen hinaus. Zum 1.10. beginnt das neue Schuljahr der Jugendmusikschule, welches viel Raum für spannende Projekte und reichlich musikalische Darbietungen lässt. Das Angebot reicht von musikalischer Früherziehung, über Einstiegskurse bis hin zu Gruppen- und Einzelunterricht.
Die Stadtbibliothek Singen präsentiert in jedem Frühjahr die Veranstaltungsreihe „Erzählzeit“. Lesungen bekannter regionaler und nationaler Buchautoren (aus Deutschland, Schweiz und Österreich) gehören, genauso wie das Sonntagsfrühstück in der Stadthalle, dazu. Von Ende Juli bis Mitte September für Kinder gibt es ein Ferienangebot für Kinder von 10-14 Jahren. Die Kinder- und Jugendbuchtage laden in diesem Jahr vom 14.-18.11. in Kooperation mit umliegenden Kommunen zu Kinderbuchlesungen, Workshops, Basteln und vielem mehr ein.

Das Archäologische Hegau-Museum präsentiert in 11 Räumen seinen Besuchern die Lebenswelt der Menschen, die den Hegau seit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren bis ins frühe Mittelalter besiedelten. Zahlreiche „Mit-Mach-Stationen“ laden den Besucher dazu ein, Archäologie und Geschichte mit allen Sinnen zu begreifen.

Darüber hinaus freut sich das Stadtarchiv immer, wenn gerade auch junge Menschen den Weg dorthin finden. Im Herbst 2022 bietet das Stadtarchiv in seinem Benutzersaal einen Workshop zu den Möglichkeiten der Familienforschung mit Archivgut an. Stadtarchivarin Britta Panzer gibt einen Überblick der relevanten Unterlagen für die Ahnenforschung und erläutert die damit verbundenen Rechtsvorschriften. Marc Eder erläutert an Hand seiner Familienforschung im Stadtteil Friedingen, wie man bei der Suche konkret vorgehen kann. Der Workshop findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Vom Suchen und Finden in Akten“ des Stadtarchivs statt. Eine Anmeldung unter archiv@singen.de, auf der Facebook-Seite des Stadtarchivs oder telefonisch ist zur besseren Planbarkeit der Veranstaltung erforderlich.

Das Kunstmuseum Singen, das sich auf die Präsentation der Kunst der Moderne und der Gegenwart aus der Vierländerregion Bodensee sowie aus dem deutschen Südwesten konzentriert, ist mit seinen wechselnden Ausstellungen und seinem umfangreichen Veranstaltungsprogramm stets einen Besuch wert! Der Höhepunkt des Ausstellungsjahres 2022 im Kunstmuseum Singen ist die, dem großen Kamerameister vom Bodensee, Toni Schneiders (1920 bei Koblenz – 2006 bei Lindau), gewidmete Sommerausstellung, die das Kunstmuseum bis zum 18.9. in Kooperation mit der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, zeigt.
Toni Schneiders, der ab 1952 am Bodensee lebte, ist einer der stilprägenden Fotografen Deutschlands nach 1945. Als Mitbegründer der legendären Avantgardegruppe „fotoform“ 1949 und als Teil der Bewegung „subjektive fotografie“ seit 1952 entwickelte er eine eigene Bildästhetik und begründete mit seinen Weggefährten eine Tradition, die bis in die aktuelle Fotografie hineinreicht. Die große Retrospektive entdeckt den Fotografen, dessen Schwarz-Weiß-Aufnahmen längst Klassiker der modernen Fotografie geworden sind, nicht nur als „fotoformer“, sondern auch als Porträtist sowie als Reise- und Landschaftsfotograf.

Begleitend zur Ausstellung lädt das Museum am Mittwoch, dem 24.8. um 18.30 Uhr zur Begegnung mit dem Überlinger Ausnahmefotografen Achim Mende ein. Unter dem Titel „Der Bodensee aus neuer Perspektive – einst und jetzt“ ist Mende, der mit dem Hightech-Kameraballon eine neue Luftbild-Aufnahmetechnik entwickelt hat und seit vielen Jahren nicht nur weltweit, sondern rund um den Bodensee unterwegs ist, um atemberaubende Luftbilder einzufangen, für ein Gespräch im Kunstmuseum zu Gast. Mit Ulrike Schneiders, der Tochter von Toni Schneiders, die selbst Fotografin und profunde Kennerin des fotografischen Werks ihres Vaters ist, können Besucher am Sonntag, dem 4.9. um 11 Uhr die Ausstellung „Schaut her! Toni Schneiders.“ erkunden und dabei außergewöhnliche Einblicke in Toni Schneiders` Schaffen erhalten.

Tipp: Über seine Sommerausstellung hinaus bietet das Museum seinen Besuchern bis zum 11.9. die Gelegenheit, das einzig erhaltene, monumentale Wandbild „Krieg und Frieden“ (1960) von Otto Dix im Singener Rathaus jeweils an den Wochenenden von 11 – 17 Uhr zu besichtigen.

www.singen-kulturpur.de, www.kunstmuseum-singen.de.



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