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09.09.2026 | QLT Redaktion

Mit der Sonderausstellung »Orakel. Kaleidoskop der Zukunft« widmet sich das Museum zu Allerheiligen Schaffhausen bis zum 10.1.2027 dem uralten menschlichen Wunsch, die Zukunft vorherzusagen, Unsicherheiten zu deuten und Orientierung zu finden. Die Ausstellung spannt den Bogen von antiken Orakeln über Naturbeobachtungen und persönliche Zukunftsdeutungen bis hin zu den Algorithmen unserer Gegenwart. Sie stellt dabei eine zeitlose Frage: Wem vertrauen wir, wenn etwas über unsere Zukunft erfahren wollen?
Eine Zeichnung der Schaffhauser Künstlerin Caroline Mezger (1787–1843) eröffnet die Ausstellung. Sie zeigt eine Frau, die aus dem Fenster in eine unbekannte Zukunft blickt. Das Werk steht sinnbildlich für den menschlichen Wunsch, über den Horizont des Bekannten hinauszublicken.
Von dort führt die Ausstellung im Oberlichtsaal des Museums durch fünf Themenbereiche. Gemälde, Grafiken, Skulpturen, naturhistorische Exponate und kulturhistorische Objekte machen anschaulich, wie Menschen seit Jahrtausenden Zeichen in der Natur lesen, göttliche Botschaften deuten und im eigenen Spiegelbild oder in den Linien ihrer Hände nach Antworten suchen. »Ob wir den Flug der Vögel beobachten, Karten legen oder Algorithmen befragen, das Bedürfnis bleibt das gleich: Wir suchen nach Zeichen, die uns helfen, mit unserer Zukunft umzugehen und vertrauen dabei den unterschiedlichsten Stimmen«, erklärt Ausstellungskuratorin Victoria Humphrey.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen Werke zahlreicher bildender Künstlerinnen und Künstler, darunter Félix Vallotton, Rémy Markovitsch und Anna Meyer, ebenso wie ein Himmelsglobus von 1750, eine antike Bronze des Gottes Apollon, präkolumbische Spiegel aus der Schaffhauser Antikensammlung Ebnöther sowie historische Wahrsagekarten und eine Orakelpuppe. Einige der gezeigten Werke finden zum ersten Mal von den Depots in die Ausstellungsräume. Zum Schluss führt die Ausstellung zu den modernen Orakeln unserer Zeit. Verschiedene Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit Prognosen, Technik und Zukunftsbildern auseinander. Zwei eigens für die Ausstellung entwickelte KI-Installationen laden die Besuchenden dazu ein, mit künstlicher Intelligenz in einen Dialog zu treten – sei es, um Fragen an die Zukunft zu stellen oder selbst von der KI befragt zu werden.
»Orakel. Kaleidoskop der Zukunft« verbindet historische Objekte, naturwissenschaftliche Erkenntnisse, künstlerische Positionen und aktuelle Technologien zu einer interdisziplinären Ausstellung über den zeitlosen Wunsch des Menschen, im Ungewissen Orientierung zu finden – vom Himmelsglobus bis zur künstlichen Intelligenz. Die Ausstellungstexte sind auch auf Englisch und Französisch verfügbar und können in der Ausstellung per QR-Code abgerufen werden. Zur Ausstellung erscheint ein Handbuch mit den Ausstellungstexten und einer Auswahl der gezeigten Werke. Darüber hinaus wird ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten.
Weitere Infos:
www.allerheiligen.ch