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Mentor Stiftung »wir_jetzt_hier«

09.09.2026 | QLT Redaktion

Foto: Mentor Stiftung / Alexander Schnurer

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Mentor Stiftung Deutschland entsteht mit »wir_jetzt_hier« ein Kooperationsprojekt, in dem Jugendliche aus Konstanz ihre Geschichten auf die Bühne bringen und persönliche Perspektiven mit ihren Stimmen, einem Chor und großer Orchestermusik verbinden.

Am 7. und 8. Oktober ist es soweit: Das Bühnenprojekt »wir_jetzt_hier« ist im Bodenseeforum Konstanz zu erleben. Jugendliche aus Konstanz stehen auf der Bühne und erzählen in Texten und Szenen von Hoffnungen und Ängsten, Sehnsucht und Zugehörigkeit, vom Wunsch, gesehen und ernst genommen zu werden. Ihre persönlichen Geschichten treffen auf die Musik der Bodensee Philharmonie und des Großen Chors der Geschwister-Scholl-Schule.

Konzept und Leitung hat der Schauspieler und Autor Oliver Wnuk übernommen. Er entwickelte gemeinsam mit den Jugendlichen, der Theaterpädagogin Saskia Junggeburth und der Filmemacherin Teresa Renn das Stück. Entstanden ist ein Abend zwischen Schauspiel, Lesung und Konzert. Im Zentrum steht die Frage: Kann aus vielen ICHs ein starkes WIR werden?

Jugendliche erzählen selbst

Seit Herbst 2025 arbeiten Jugendliche, das künstlerische Team und weitere Beteiligte an der Inszenierung. In Workshops und Probentagen wurden persönliche Themen gesammelt, Werte hinterfragt, Texte entwickelt und Szenen verändert. Dabei ging es von Anfang an nicht nur um das fertige Bühnenstück, sondern um den gemeinsamen Weg. »Es ging mir von Anfang an nicht in erster Linie um das Ergebnis, sondern um den Weg als solchen«, sagt Oliver Wnuk. Der Initiator des Projekts kennt die Geschwister-Scholl-Schule aus eigener Erfahrung. Dort machte er Abitur und stand erstmals auf der Bühne. Heute möchte er etwas zurückgeben: »Einen Raum schaffen, in dem Jugendliche sich selbst entdecken und ausdrücken können: ehrlich, künstlerisch, kraftvoll.«

Ausgangspunkt waren die persönlichen Werte und Perspektiven der Jugendlichen. Wnuk entwickelte daraus Texte, die gemeinsam mit den Spielern weiterbearbeitet wurden. Entscheidend war für ihn die Authentizität: »Mir ging es darum, authentische Menschen auf der Bühne zu zeigen. Keine Jugendlichen, die versuchen, etwas darzustellen.«

Damit ist »wir_jetzt_hier« mehr als eine klassische Theaterproduktion. Jugendliche sprechen selbst über das, was sie antreibt, worüber sie stolpern und über die emotionale und gesellschaftliche Situation, in der sie heute aufwachsen.

Gemeinsam auf den Weg zur Bühne

Saskia Junggeburth begleitet das Projekt als Schauspielerin und Theaterpädagogin. Die gebürtige Konstanzerin besuchte selbst die Geschwister-Scholl-Schule und spielte dort bereits mit Wnuk in der Theater-AG. Ihr ist wichtig, jungen Menschen Raum zu geben, sich auszuprobieren und zu erleben, dass ihre Stimmen gehört werden. Dokumentarfilmerin Teresa Renn begleitet das Projekt filmisch und hält die Entwicklung der Jugendlichen fest – besonders jene Momente, in denen sie sich öffnen oder für sich einstehen.

Wenn Wagner auf Radiohead trifft

Eine besondere Dimension bekommt »wir_jetzt_hier« durch die Musik. Die Bodensee Philharmonie unter der Leitung von Chefdirigent Gabriel Venzago und der Große Chor der Geschwister-Scholl-Schule mit Winfried Hetz verbinden klassische Orchesterliteratur, Chormusik, Pop und Rock. »Von Wagner bis Radiohead zeigt die Bodensee Philharmonie in voller Besetzung, wie breit Musik heute gedacht werden kann. Das WIR steht bei uns für alle, die Musik lieben, egal aus welcher Richtung man kommt«, sagt Venzago.

Das WIR entsteht gemeinsam

Das Motto beschreibt nicht nur den Inhalt des Stücks, sondern auch seine Entstehung. Jugendliche treffen auf Erwachsene, Schauspiel auf Musik, Schule auf professionelle Kulturarbeit, persönliche Geschichten auf ein großes Orchester. Als Kooperationspartner unterstützt das Europäische KulturForum Mainau e.V. das Projekt mit seiner Expertise und seinem Netzwerk. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler. Ein Anliegen, das sich unmittelbar mit »wir_jetzt_hier« verbindet: jungen Menschen Raum zu geben, ihre Perspektiven zu entwickeln, sichtbar zu werden und eigene Ausdrucksformen zu finden.

Bettina Gräfin Bernadotte, Vorsitzende des Stiftungsvorstands der Mentor Stiftung Deutschland, sieht genau darin eine besondere Stärke des Projekts: »Dies gelingt besonders gut, wenn Jugendliche und Erwachsene gemeinsam an einem Projekt arbeiten und zusammen etwas erschaffen.« Dass »wir_jetzt_hier« im zehnten Jubiläumsjahr der Mentor Stiftung entsteht und im Rahmen der Jubiläumstage auf die Bühne kommt, ist für sie deshalb besonders stimmig: »Ich freue mich sehr, dass dieses Kooperationsprojekt Teil unserer Jubiläumstage ist.«

Am 7. und 8. Oktober wird gezeigt, was über viele Monate gewachsen ist. Das Publikum erwartet einen Abend zwischen Theater, Konzert und Lesung: Jugendliche erzählen selbst, Orchester und Chor greifen ihre Themen musikalisch auf, unterschiedliche Generationen und Ausdrucksformen begegnen sich auf einer gemeinsamen Bühne.

Am Ende geht es bei »wir_jetzt_hier« deshalb nicht nur um die Frage, wer die Jugendlichen heute sind. Es geht auch darum, welche Gesellschaft sie morgen mitgestalten wollen.

Am 7. Oktober um 19 Uhr wird dieses WIR erstmals öffentlich sichtbar. Einen Tag später folgt die zweite Abendvorstellung. Für Schulen gibt es am 7. Oktober um 11 Uhr eine Sondervorstellung zu ermäßigten Preisen.

Dann wird aus einem Jahr gemeinsamer Arbeit ein Abend im Bodenseeforum. Aus einzelnen Geschichten werden viele Stimmen. Aus Musik, Text und Bewegung entsteht ein gemeinsamer Klang. Und aus vielen ICHs vielleicht tatsächlich ein starkes WIR.

Ein royaler Besuch mit besonderer Bedeutung

Ihre Majestät Königin Silvia von Schweden besucht am 7. Oktober die Premiere von »wir_jetzt_hier« im Bodenseeforum Konstanz. Die Veranstaltung findet im Jubiläumsjahr der Mentor Stiftung Deutschland statt, die 2026 ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

Weitere Infos:
www.mentorstiftung.de



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