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11.02.2026 | QLT Redaktion

Nach 30 Jahren und einer beeindruckenden künstlerischen Karriere ist der in Singen geborene Maler Markus Weggenmann seit dem 25.1. wieder dort zu sehen, wo er Mitte der 1990er Jahre bereits eine seiner frühen Einzelausstellungen hatte – im Kunstmuseum Singen.
Weggenmann, der in Zürich und Lumnezia (Graubünden) arbeitet, verschrieb sich von Beginn an dem essenziellen Ausdrucksmittel der Malerei – der Farbe, genauer den Pigmenten und ihrer Wirkung. International bekannt wurde er in den 1990er Jahren mit vibrierenden Streifenbildern, die er – bedacht auf ihre dynamische Raumwirkung – stets wandfüllend präsentierte.
Mit diesen Arbeiten schrieb er sich in den Kreis der Farbmalerei des »radical painting« ein. Das minimalistische Formenrepertoire der Streifenbilder hat Weggenmann längst hinter sich gelassen. Geblieben sind monochrom gemalte Flächen und satte, hochpigmentierte, nur mit dem Nötigsten an Leim gebundene Farbe – und der Anspruch an eine sich räumlich entfaltende Wirkung des Bildes: »Eine Arbeit, wie ich sie mir vorstelle, muss Platz schaffen zum Atmen« (Markus Weggenmann).
In seinen neuen Arbeiten experimentiert der Künstler mit organisch-amorphen Formen, die immer häufiger ins fast Gegenständliche kippen. So ringen in dieser Ausstellung auch »explosionsartige« Blumensilhouetten, Landschaftsfragmente und skulpturale Anklänge um ihre Präsenz im Bild. Grundlegend aber bleibt die Farbe. Sie macht seine Bilder zu einem im mehrfachen Wortsinn »hochreaktiven Stoff«, zu einem regelrechten Ereignis in der Betrachtung. Es ist dieser Ansatz, mit dem Weggenmann seine ganz eigene Position innerhalb der zeitgenössischen Malerei. Die Schau, die sich auf zwei Etagen entfaltet, gibt Einblick in die Serien und Werkgruppen der letzten zehn Jahre und macht – mit der Setzung auch älterer Arbeiten – die Entwicklung von Weggenmanns Malerei seit 1993 nachvollziehbar. Zusätzlich schaffen gegenübergestellte Werke anderer Künstlerinnen und Künstler aus der Sammlung des Kunstmuseums Singen einen erweiterten Bezugsrahmen. Die Ausstellung ist noch bis 12.4. zu sehen. Ein umfassendes interdisziplinäres Kunstvermittlungs- und Veranstaltungsprogramm begleiten die Ausstellung.