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Theater Konstanz – Geheimnisvolle Welten und berührende Geschichten

05.12.2025 | QLT Redaktion

Hinter verzauberten Fenstern, Foto:PhilippUricher

Mit dem Programm über die Weihnachtszeit und im Januar ist sicherlich für jeden das passende Stück dabei. Am 13.12., ist mit »Und alle so still« nach dem gleichnamigen Roman der österreichischen Autorin Mareike Fallwickls die letzte Premiere des Jahres im Stadttheater zu erleben. In dem Stück nach der Bühnenfassung von Jorinde Dröse und Johanna Vater gerät die Welt in wenigen Tagen aus dem Takt, als Frauen sich reglos auf die Straße und Plätze legen. Das Stück in der Regie von Franziska Autzen, der Hausregisseurin des Theater Konstanz, ist eine Einladung, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Ein ebenso gesellschaftlich hoch relevantes Thema behandelt das Stück »Vater (Le Père)« des französischen Autors Florian Zeller. Darin erkrankt der Witwer André, gespielt von Odo Jergitsch, an Alzheimer, womit er seine Tochter Anne vor erhebliche Herausforderungen stellt. Florian Zeller erzählt von den Ängsten und der Verzweiflung eines an Demenz erkrankten Menschen und lädt das Publikum ein, den Prozess des Vergessens und Hinübergleitens in ein anderes Leben unmittelbar aus der Perspektive eines Betroffenen zu erleben.

Als willkommener Ausflug zwischen den Feiertagen empfiehlt sich Yasmina Rezas moderner Klassiker »Kunst« im Stadttheater. In der äußerst unterhaltsamen Komödie geraten drei langjährige Freunde (Patrick O. Beck, Ingo Biermann und Thomas Fritz Jung) in Streit, als einer von ihnen ein nahezu weißes Gemälde erwirbt. Die anfängliche Diskussion über den Wert von Kunst entwickelt sich schnell zu einem grundsätzlichen Streit.

Auch die diesjährigen Familienstücke laden ein, die Feiertage mit einem Theaterbesuch zu verschönern. Für die ganz Kleinen ab 3 Jahren ist »La le lu – Eine theatrale Traumreise für kleine und große Schlafmützen« auf der Werkstattbühne ein echtes Highlight. Die Relaxed Performance zeigt eine Traumreise rund um die vielen Facetten des Schlafens und Träumens. Für alle Kinder ab 6 Jahren gibt es in »Hinter verzauberten Fenstern« von Cornelia Funke eine fantastische Reise in die geheimnisvolle Welt der Adventskalender zu erleben. Nur noch zweimal zu sehen, am 19. und 28.12. ist »Die Tiefe« von Ishbel Szatrawska. Das Stück erzählt von einer Familie ohne Wurzeln, deren Biografie sich über verschiedene Epochen erstreckt: vom Zweiten Weltkrieg über die sowjetische Invasion bis zur Gegenwart.

Am 16.12. um 19 Uhr, findet in der Spiegelhalle in Kooperation mit dem Exzellenzcluster »The Politics of Inequality« der Universität Konstanz ein Gesprächsabend zum Thema Sorgearbeit, prekäre Arbeit und soziale Ungleichheit statt. Gemeinsam mit Gesprächspartnern aus Theater, Forschung und Pflege soll an diesem Abend über stille Leistungen, die in unserer Gesellschaft erbracht werden, gesprochen werden. Zu Gast sind Gerhild Steinbuch (Autorin des Eröffnungsstücks »Glaube Liebe Hoffnung oder Leistung muss sich leider lohnen»), Prof.Dr. Thomas Hinz, Bärbel Mauch und die Ensemblemitglieder Anna Eger und Maria Lehberg.

www.theaterkonstanz.de



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