sprich:[kult] Kultblatt seit 1979

Hesse Museum Gaienhofen Rose Marie Schnorrenberg

12.03.2026 | QLT Redaktion

Hafen, Schnorrenberg 1970

Sie war die jüngste der sogenannten Höri-Künstler und -Künstlerinnen, die sich auf der idyllischen Halbinsel am Bodensee seit den 1930er Jahren niedergelassen hatten. Mit Rose Marie Schnorrenberg verstarb 2021 eine Zeitzeugin, eine charismatische Malerin und eine christlich-sozial engagierte Frau, die bis ins hohe Alter voll lebendiger Schaffenskraft war.

Rose Marie Schnorrenberg wurde vor 100 Jahren am 22.2.1926 in Düsseldorf geboren. Nach dem Abitur studierte sie an der Landeskunstschule in Hamburg und war Stipendiatin an der Düsseldorfer Kunstakademie. Als Meisterschülerin von Ferdinand Macketanz kam sie 1952 erstmals auf die Höri. Hier hatte sich – angeregt durch den ehemaligen Direktor der Düsseldorfer Akademie der Bildenden Künste, Dr. Walter Kaesbach, – bereits vor, während und kurz nach dem Krieg eine Art Künstlerkolonie gebildet, deren Mitglieder stilistisch eigene Weg gingen. Rose Marie Schnorrenberg gesellte sich 1954 im Alter von 28 Jahren dauerhaft in diese Gemeinschaft.

Es entstanden Freundschaften untereinander, man unternahm gemeinsame Malerausflüge, inspirierte sich und blieb doch unverwechselbar »eigenartig«. 1959 eröffnete der Maler Rudolf Stuckert eine Galerie in Konstanz, in der er auch Ausstellungen seiner Malerkollegen ermöglichte. 1962 waren er und auch Rose Marie Schnorrenberg Mitbegründer der Künstlergruppe »Der kleine Kreis« in Konstanz. Die beiden heirateten 1967 und betrieben fortan bis Ende der 1970er Jahre gemeinsam die Galerie. Das Paar zog 1974 von Wangen am Untersee in ein denkmalgeschütztes Haus nach Bettnang auf die vordere Höri. Sie lebten in dem liebevoll restaurierten Anwesen gemeinsam mit ihrer 1972 geborenen Tochter Judith und Rose Marie Schnorrenbergs bereits 1955 geborenen Tochter Corina. Von 1972 bis 1992 unterrichtete Rose Marie Schnorrenberg Kunst an der Evangelischen Internatsschul Schloss Gaienhofen. Eine Tätigkeit, die ihr sehr am Herzen lag. Auch nach dem Tod ihres Mannes 2002 blieb Rose Marie Schnorrenberg künstlerisch aktiv.

Die Ausstellung zeigt vom 15.3. bis 12. 7. Bilder aus dem Privatbesitz der Malerin und vermittelt einen repräsentativen Einblick in ihr OEuvre »Über die Jahre«. Zu sehen sind Landschaftsdarstellungen, die zu Beginn noch mit stark leuchtenden Komplementärfarben den Einfluss des Rheinischen Expressionismus‘ erkennen lassen, sich später sachlicher, flächiger und linienbezogener geben und zunehmend eine Leichtigkeit entwickeln, abstrakter werden, aber doch stets unverwechselbar bleiben. Die Vernissage findet am Sonntag, 15.3., um 11 Uhr im Bürgerhaus Gaienhofen statt. Im Anschluss kann die Ausstellung im Hesse Museum Gaienhofen noch bis 13 Uhr kostenfrei besichtigt werden.

Weitere Informationen:

hesse-museum@gaienhofen.de, Tel. 149 (0) 7735/440949

www.hesse-museum-gaienhofen.de



Kommentar schreiben




* Pflichtfelder