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„VORÜBER_GEHEND – Idylle und Künstlichkeit“

14.07.2021 | QLT Redaktion

Der Schmerz am Rande der Geborgenheit von Marianne Engel, Fotos: von Maja von Meiss

Der Titel der aktuellen Ausstellung im Weiertal ist «Vorüber-gehend, Idylle und Künstlichkeit”. Als wir den Garten im Weiertal betreten, spüren wir sofort die Auswirkung des Wortspiels – Eindrücke von Kunst sind wie das Leben vorübergehend. Der Kurator der Biennale, der Churer Luciano Fasciati, beschreibt vorübergehend mit Begriffen wie kurz, schnell, bald, gelegentlich, zeitweise, mitunter oder vereinzelt. Aber auch «in der Erinnerung überlebend, bleibend».
Um den Zugang zum Verständnis zu erleichtern und die einzelnen Positionen zu erläutern sehen wir einen Film zur Ausstellung. Während wir im Park vom Duft der Wiesen, Blumen, Bäume und Sträucher umfangen werden, nehmen wir mit allen Sinnen etwas nur temporär Existierendes auf. Der Park im Weiertal ist ein wahrhaft paradiesisches Idyll.
2001 hat Maja von Meiss einen Teil des Hauses und den Garten zu einem Ort für Skulpturen gemacht, und verbindet so die Gartenkultur mit der zeitgenössischen Kunst.
Es entsteht eine besondere Begegnung in einem Raum, der halb öffentlich, halb privat ist, künstlich und doch natürlich. Während des Spaziergangs durch den Garten öffnen sich uns verschiedene Perspektiven und der Blick für Dinge wird geschärft, die sonst ungesehen bleiben. Mit einer bewussten Zurückhaltung fügen sich die Kunstwerke in die Form des Parks ein.

Dort im Teich entdecken wir die Goldfische im Werk Funktionaler Ver-
städterung von huber.huber. Sie schwimmen in ihren gläsernen Hochhäusern und durchqueren den grün braun schimmernden Teich. Natürliches und Künstliches werden hier zu einer Einheit. Während wir weiter spazieren, dürfen wir uns eine Kirsche vom Kirschbaum neben dem Teich pflücken.

Die medial unterschiedlichen Arbeiten formen sich auf den rund 6000 Quadratmetern im Weiertal zu einem spannenden Gesamtbild und fassen den Spielraum zwischen der Natur, dem Idyllischen der Parkanlage und der Künstlichkeit.

Eingerichtet wurde die Ausstellung von 20 Künstler, die von Kurator Luciano Fasciati eingeladen worden sind. Den Besucher erwartet einen reichhaltige Schau zeitgenössischer Kunst im Park und Ausstellungsraum.
Im Skulpturenpark Weiertal zu schlendern, schenkt uns im Vorübergehen wahrhaft besondere Momente.
Die 7. Kunst-Biennale 2021 „VORÜBER_GEHEND – Idylle und Künstlichkeit“ am Kulturort Weiertal Winterthur ist noch bis zum 12. September 2021 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von Donnerstag bis Samstag 14-18 Uhr und Sonntag von 11-17 Uhr.

Weitere Infos sind unter www.galerieweiertal.ch zu finden.

Text: Vanessa Heun



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