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„Vom Glück des Stolperns“ – Theater Konstanz

12.09.2018 | QLT Redaktion

Unter diesem Motto zeigt das Theater Konstanz in der Spielzeit 2018/2019 klassische und moderne Stoffe, bringt außergewöhnliche und junge Regien, sowie große Namen nach Konstanz. Das Theater blickt wie der Narr hinter die Fassaden und legt den Finger auf die Wunde. Theater darf das, muss das. Hat Narrenfreiheit. Wenn wir stolpern und fallen, die Kontrolle verlieren, können wir kurz innehalten, den Blickwinkel ändern und uns wieder aufrappeln. Wir stolpern nicht nur im negativen Sinne über Unebenheiten oder Ungereimtheiten, sondern auch über Geheimnisse und angenehme Überraschungen, stolpern hinein in Situationen, aus denen wir das beste machen können.

Das Theater Konstanz startet 2018 an zwei Wochenenden in die neue Spielzeit. Am 28.9. hat Becketts „Warten auf Godot“ in der Inszenierung des Intendanten Christoph Nix im Großen Haus Premiere. Samuel Beckett bedient sich des Augenblicks des Wartens, aufgeladen mit clownesker Komik und der Tragik des Absurden. Zur Premiere gelangt gleich am nächsten Abend in der Spiegelhalle „Hundeherz“ nach dem Roman von Michail Bulgakow – eine spannungsgeladene und aberwitzige Groteske über einen fantastischen Laborversuch, der im Kampf zwischen Schöpfer und Geschöpf endet. Andrej Woron führt Regie – man darf sich also wieder auf eine bildgewaltige Inszenierung freuen. Es folgt am 5.10. in der Singener Scheffelhalle die Uraufführung von Gerd Zahners „Die Reis“ über einen jenischen Vater und seinen Sohn in der Regie von Mark Zurmühle. Mit „Die Reis“ setzt der Autor der jenischen Tradition in unserer Region ein Denkmal, nimmt Angst und plädiert für einen Gedenkort. In der Werkstatt des Theater Konstanz inszeniert Nicola Bremer „Your very own double crisis club“. Autorin Sivan Ben Yishai lässt mit einer radikal poetischen Sprache die Landschaft einer nicht genau definierten kriegszerstörten Stadt und ihrer Geflüchteten entstehen. Weiter geht es am 19.10. im Stadttheater mit der Premiere „Von Mäusen und Menschen“ nach dem Roman von John Steinbeck, der die tiefe Freundschaft zwischen zwei amerikanischen Landarbeitern, dem geistig behinderten Lennie und dem lebensgewandten George, schildert. Regie führt Didi Danquart, geboren in Singen, der zuletzt mit der Verfilmung des Kriminalromans Goster von Gerd Zahner für den Grimme-Preis 2018 nominiert war. Am nächsten Abend hat „Eine Art Liebeserklärung“, ein Monolog von Neil LaBute, in der Regie von Oliver Vorwerk in der Werkstatt Premiere. Am Samstag 6.10. öffnen die Theaterleute von 14 bis 18 Uhr beim Theaterfest ihren wunderbaren Zauberkasten. Geboten wird Theater zum Anfassen rund ums Stadttheater, die Inselgasse und den Münsterplatz mit Führungen durchs Theater und die Werkstätten, Technikshows, musikalischen Kostproben der Spielzeit, Kennenlernen der neuen Schauspieler*innen, Podiumsdiskussionen, Live- Bands, Speisen und Getränken sowie zahlreiche Aktivitäten für Klein und Groß.

www.theaterkonstanz.de


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