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Kunstmuseum Thurgau & Ittinger Museum

09.11.2020 | QLT Redaktion

Foto: Filip Schiff ©eggerx

Ein Boot legt an

2018 schuf der Berner Künstler Heinz Lauener (*1977) ein Boot. Dieses Gefährt aus Holz und Papiermachee ist vielleicht nicht unbedingt seetüchtig, aber es kann Ausgangspunkt sein für Gedankenfahrten hin zu ganz unterschiedlichen Ufern. Ein Boot kann ein Symbol für vieles sein: In Lale Andersens Lied „Ein Schiff wird kommen“ ist es Ausdruck der Sehnsucht, für die Jünger auf dem See Genezareth ist das Boot Ort der Gefährdung und des Behütetseins, und wer denkt heute beim Stichwort „Boot“ nicht an die waghalsigen Überfahrten von Flüchtlingen über das Meer in Richtung einer vermeintlich paradiesischen Welt. Das Boot bleibt bis voraussichtlich Sonntag 9. Mai 2021 in der Kirche der Kartause Ittingen.

Die Ankerzeit von Heinz Laueners Boot in der Kartause Ittingen wird begleitet von mehreren Veranstaltungen, in denen ein Ideenaustausch zum Boot und seinen vielen Assoziationen stattfindet.

Donnerstag, 12. November 2020, 16.15 Uhr.

Ankunft des Bootes in der Kartause Ittingen

Das Boot von Heinz Lauener legt in der Kartause Ittingen an. Der Künstler trägt zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kartause Ittingen das Boot in die Kirche, wo er im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Astrid Sedlmeier die Gründe für den Bootsbau erläutert.


Dienstag, 9. Februar 2021, 19.30 Uhr
Lesung im Kunstmuseum

Samira El-Maawi: „In der Heimat meines Vaters riecht die Erde wie der Himmel“

Moderation: Cornelia Mechler

«Meine Hautfarbe läuft überall mit mir mit und alle sehen sie zuerst.» Samira El-Maawis zehnjährige Ich-Erzählerin wächst als Tochter einer emanzipierten Schweizerin und eines entwurzelten Mannes aus Sansibar in der Schweiz der Achtzigerjahre auf. Aufgrund des alltäglichen Rassismus, den das Mädchen erfahren muss, erwacht in ihr der Wunsch nach einer anderen Hautfarbe. Und warum wollen ihr eigentlich alle Menschen in die Haare fassen? Die Autorin erzählt in ihrem 2020 beim Zytglogge Verlag erschienenen Debütroman eindrücklich von der Suche nach Identität und Heimat.

Samira El-Maawi

Geb.1980 in Thalwil, gelernte Drehbuchautorin, arbeitet als freischaffende Autorin und ist als Coach von Schreib- /und psychosozialen Prozessen tätig, lebt heute im Kanton Zürich.


Donnerstag, 18. Februar 2021, 19 Uhr
Auf der Suche nach einem sicheren Hafen
Themenabend zur Seenotrettung von Flüchtlingsbooten im Mittelmeer

Immer wieder erreichen uns Berichte von Flüchtlingen, deren Boote im Mittelmeer aufgegriffen werden und von Seenotrettungsschiffen an Land gebracht werden. Dahinter stehen private Initiativen, staatliche Stellen oder kirchliche Kreise. Wie sieht der Einsatz auf solch einem Schiff konkret aus? Die Pfarrerin Constanze Broelemann berichtet von ihren Erfahrungen, die sie während einem mehrwöchigen Einsatz auf der „Sea Watch 4“ machte und lässt uns Anteil nehmen am Schicksal von Menschen, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben eine gefährliche Reise wagen (müssen).
Organisation tecum, Thomas Bachofner. Mehr Information unter www.tecum.ch


Sonntag, 7. März 2021, 18 Uhr
Das Schiff in der Kirche
Vesperfeier in der Klosterkirche

Sie kommen übers Meer. Mitten in der Fastenzeit begegnen wir Geflüchteten und ihrer Hoffnungsgeschichte.
Organisation tecum, Thomas Bachofner; www.tecum.ch


Sonntag, 21. März 2021, 11.30 Uhr
Vernissage der Ausstellung „Jenseits aller Regeln – Das Phänomen Aussenseiterkunst“

Aussenseiterkunst ist seit gut hundert Jahren ein viel diskutiertes Phänomen in der Kunst. Gerade weil sich die selbst ernannten Künstlerinnen und Künstler an keine Regeln halten, entstehen unter ihren Händen oft überraschende Schöpfungen, die nicht nur eine besondere Emotionalität provozieren, sondern häufig auch unkonventionelle und überraschende Weltsichten vorschlagen.

2017 übereignete der Sammler Rolf Röthlisberger dem Kunstmuseum Thurgau über 1400 Werke von Aussenseiterkünstlerinnen und -künstlern, die er im Verlauf von drei Jahrzehnten zusammengetragen hatte. Die Sammlung umfasst Spitzenwerke der Aussenseiterkunst ebenso wie ein breites Spektrum von bis anhin kaum bekannten Positionen. Anhand einer repräsentativen Auswahl aus diesem reichen Fundus skizziert die Ausstellung eine aktuelle Befragung des Begriffs der Aussenseiterkunst und der Erkenntnismöglichkeiten, die sie bietet.

Kartause Ittingen – Kunst und Geschichte erleben
Das Ittinger Museum und das Kunstmuseum Thurgau bilden den Kern des Seminar- und Kulturzentrums Kartause Ittingen. Im idyllisch gelegenen ehemaligen Kloster bei Frauenfeld lebten während Jahrhunderten Mönchsgemeinschaften. 1977 wurde die weitläufige Anlage durch die eigens gegründete privatrechtliche Stiftung Kartause Ittingen erworben, restauriert und mit der Unterstützung von Partnern einer neuen Nutzung zugeführt. Das Betriebskonzept orientiert sich an den klösterlichen Werten Gastfreundschaft, Spiritualität, Selbstversorgung, Fürsorge und Kultur. Weitere Informationen finden Sie unter www.kunstmuseum.ch.



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