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Theater Konstanz – Wort- und stimmgewaltig

11.03.2020 | QLT Redaktion

Foto: Bjørn Jansen

Von Schauspiel und Komödie bis zu Jazz, Rock und Schlager ist am Theater Konstanz wieder alles geboten. Auf dem Programm im Großen Haus steht ab 13.3. die Uraufführung „Wein und Brot“ nach dem Roman von Ignazio Silone, der von der Einsamkeit der Widerstandskämpfer und der Unmöglichkeit der Revolution erzählt. Silone beleuchtet das Aufeinanderprallen von Kapitalismus und Sozialismus, die großen politischen Ideale der Menschheit und das bittere Scheitern von Träumen.

In der Spiegelhalle gelangt ab 4.4. „König Baabu“ zur Aufführung. Inspiriert von Alfred Jarrys Drama. König Ubu hat der nigerianische Schriftsteller Wole Soyinka eine beißende Satire auf jene Despoten geschrieben, die zwar lauthals die Demokratie beschwören, letztendlich jedoch brutal ihre eigene Herrschaft sichern. Bildgewaltig, wie gewohnt, inszeniert Andrej Woron „König Baabu“ als Gleichnis über die Ausbeutung des afrikanischen Kontinents mit Spielerinnen und Spielern aus Malawi, Togo, Burundi und Deutschland.

Noch bis 27.3. wird in der Werkstatt „Stalin“ von Gaston Salvatore gezeigt. Bei Nacht und Nebel lässt Josef Stalin Ende 1952 den jüdischen Schauspieler Itsik Sager direkt nach der Vorstellung noch im Kostüm des König Lear abholen und in seine Datsche bringen. Langsam entspinnt sich im nächtlichen Gespräch der beiden Männer eine unwirkliche und verstörende Atmosphäre. Es folgt hier ab 18.4. „Weisman und Rotgesicht“, ein jüdischer Western von George Tabori. Hier spielt die Musik. Im Stadttheater präsentiert „Wonderful World“ neben den Welthits des Jazz das faszinierende Leben Louis Armstrongs – seinen Weg aus den Slums von New Orleans zum großen Erfolg. Auch der schräge Schlagerabend „Herzrasen“ steht noch auf dem Programm im Großen Haus, während in der Werkstatt Jonas Pätzold mit seinem melancholustigen Liederabend an 88 Tasten „Kurz vor Kuss“ begeistert. Weiter geht es mit dem musikalischen Theatermonolog „Jacke wie Hose“, den Anne Simmering, am Klavier begleitet von Andreas Kohl, präsentiert. Und als Highlight am Ostermontag betritt noch einmal Johnny Cash die Bühne des Stadttheaters. Die Erfolgsproduktion „It Takes One To Know Me“, eine Hommage an Johnny Cash, begeistert schon seit sechs Jahren und ist ein musikalisches Erlebnis der Extraklasse, auch geprägt durch die Musiker Frank Denzinger, Rudolf Hartmann, Albert Ketterl und Stefan Gansewig. Das Stück ist ein Versuch, sich der Person Cash zu nähern. Der Zerrissenheit und Getriebenheit, der Ambivalenz des Menschen Johnny Cash. Wie könnte das besser dargestellt werden, als mit zwei Schauspielern (Ingo Biermann und André Rohde), die jeweils auf ihre Art, Johnny Cash ein Gesicht, eine Gestalt, eine Stimme geben. Bestens besetzt ist auch June Carter mit Laura Lippmann.

www.theaterkonstanz.de



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