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Theater Konstanz – Von Jelinek über Böll bis Abdel-Maksoud

25.01.2022 | QLT Redaktion

Katharina Blum, Foto: Ilja Mess

Mit dem Spielzeitmotto „EINMAL WELT, BITTE!“ startete das Theater Konstanz im September 2020 in eine neue Intendanz und feierte erste Erfolge. Daran konnte in der aktuellen Spielzeit unter dem Motto „WO GEHEN WIR HIN?“ angeknüpft werden. Einige Produktionen aus der letzten Spielzeit kommen nun auf die Bühnen des Konstanzer Theaters.

Am 21.1.2022 feierte Jelineks „Das Licht im Kasten“ im Stadttheater Premiere. Auch diese Inszenierung von Susanne Schmelcher war schon in der vergangenen Spielzeit geplant. Wenn Elfriede Jelinek über das Phänomen Mode schreibt, dann schreibt sie über Faszination und Abscheu zugleich. Ein durchaus heiterer Text, eine verschrobene Liebeserklärung und bitterböse Abrechnung.

Es folgt ab 18.2. auf der Großen Bühne „Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“ nach Heinrich Böll, inszeniert von Hausregisseurin Franziska Autzen, ebenfalls ein Stück das schon 2020/21 geplant war. Katharina Blums Leben gerät in einen Ausnahmezustand, der von medialer Hetze und Fake-News bestimmt wird.

Währenddessen wird in der Spiegelhalle noch bis 28.1. „Muttersprache Mameloschn“ gespielt. Drei Frauen, drei Generationen, drei Lebensentwürfe – und eine Menge Unausgesprochenes.

Und in der Werkstatt gelangt ab 29.1. „Jeeps“ zur Aufführung. Autorin Nora Abdel-Maksoud setzt an einem sozialen Sicherheitsbedürfnis an und legt mit schwarzem Humor tiefgreifende Klassenunterschiede offen. Mit bissiger Zuspitzung und Präzision seziert sie unser Denken und Handeln auf Basis von Kontoständen, Testamentseröffnungen und gefühlten Bedrohungen – bitterböse und urkomisch.

Monsta, Foto: Bjørn Jansen

Auch Kinderstücke blieben letztes Jahr auf der Strecke, so auch „Monsta“ von Cora Sachs nach dem liebenswerten Bilderbuch von Dita Zipfel und Mateo Dineen. Das kleine Monster hat ein riesengroßes Problem: Das Kind, bei dem es wohnt, fürchtet sich nicht. Ein wunderbares Stück für kleine und große Monsterfans (ab 3) ab 3.2. in der Werkstatt Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren inszeniert Franziska Autzen ab 12.2. in der Spiegelhalle die Uraufführung „Roadtrip mit Lasergirl und Beyoncé“ – eine Geschichte über junge Lebenswege, die unterschiedlicher nicht sein könnten, über den eigenen Wagemut und echte Freundschaft.

www.theaterkonstanz.de