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Theater Konstanz – Teuflisch gut: Schwarzer Reiter und gefräßiger Troll

16.03.2022 | QLT Redaktion

Die Unsichtbare Hand, Foto: Ilja Mess

Ab 25.3. entführt das schräge Musical „The Black Rider“ auf einen schaurig-schönen Höllenritt. Die Volkssage vom Schwarzen Reiter, die schon Carl Maria von Weber zu seiner Oper „Der Freischütz“ inspiriert hat, bot Regisseur Robert Wilson, Musikikone Tom Waits und dem Dichter der Beat Generation William S. Burroughs die Vorlage für das 1990 im Thalia-Theater in Hamburg uraufgeführtem Musical abseits aller Konventionen. Nun bringt Regisseur Rudolf Frey die eigenwillige Mischung aus Varieté, poetischen Bildern und rauchigen Melodien auf die Stadttheaterbühne. Frey, der Schauspiel und Musiktheater inszeniert und etliche Einladungen zu internationalen Festivals erhalten hat, übernimmt ab der Spielzeit 2023/2024 die Intendanz der Vereinigten Bühnen Bozen. Über „The Black Rider“ sagt er: „Es ist ein ernstes, und auch irgendwie ein abgründiges, schräges Stück, das grotesk unheimlich ist. Es hat eine ganz spezielle Atmosphäre, die auch die Songs von Tom Waits vermitteln: etwas Faszinierendes, dunkel, abgründig – eine spannende Mischung zwischen Schauspiel und Gesang, zwischen Traum und Realität.“

Wilhelm liebt Käthchen, Käthchen liebt Wilhelm – alles wäre perfekt, wäre die holde Angebetete nicht die Tochter des Erbförsters. Und der will einen echten Jägerburschen zum Schwiegersohn, der sein Ziel sicher trifft. Wilhelms Liebe scheint aussichtslos, doch er gibt nicht auf und übt sich heimlich im Wald im Schießen. Allerdings ohne Erfolg. Doch dann erscheint der mysteriöse Stelzfuß, und bietet ihm magische Kugeln an, die ihr Ziel nie verfehlen. Aber der teuflische Pakt hat seinen Preis.

In der Werkstatt wird ab 26.3. „Unser Lehrer ist ein Troll“ gezeigt – für ein Publikum ab 8 Jahren. Regeln, die nicht nachvollziehbar sind. Kinder, die sich selbst helfen müssen. Autoritäten, die versagen. Ein herrlich respektloses Stück, in dem sich bestimmt viele Kinder wiederfinden können. Die Moral von der ziemlich lustigen und sehr zugespitzten Geschichte? Hört nie auf, Fragen zu stellen. Niemals!

Eine weitere Premiere findet am 2.4. in der Spiegelhalle statt: „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ in der Regie von Kristo Šagor, eine Afterparty, die mit einem schlimmen Kater enden wird. Das Theaterstück von Edward Albee feierte 1962 am Broadway Premiere und hat seitdem nichts an Aktualität eingebüßt.

www.theaterkonstanz.de



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