sprich:[kult] Kultblatt seit 1979

Theater Konstanz – Schaurig-Schön und bitterböse

12.04.2022 | QLT Redaktion

Foto:Ilja Mess

Noch bis 8.5. entführt das schräge Musical „The Black Rider“ im Stadttheater auf einen schaurig-schönen Höllenritt. Die Volkssage vom Schwarzen Reiter, die schon Carl Maria von Weber zu seiner Oper „Der Freischütz“ inspiriert hat, bot Robert Wilson, Tom Waits und William S. Burroughs die Vorlage für ihre eigenwillige Mischung aus Varieté, poetischen Bildern und rauchigen Melodien.

Wilhelm liebt Käthchen, Käthchen liebt Wilhelm – alles wäre perfekt, wäre die holde Angebetete nicht die Tochter des Erbförsters. Und der will einen echten Jägerburschen zum Schwiegersohn, der sein Ziel sicher trifft. Wilhelms Liebe scheint aussichtslos, doch er gibt nicht auf und übt sich heimlich im Wald im Schießen. Allerdings ohne Erfolg. Doch dann erscheint der mysteriöse Stelzfuß, und bietet ihm magische Kugeln an, die ihr Ziel nie verfehlen. Aber der teuflische Pakt hat seinen Preis. In der spannenden Mischung zwischen Schauspiel und Gesang, zwischen Traum und Realität überzeugt das Ensemble wieder gesanglich, hervorragend auch die Musiker.

Ebenfalls im großen Haus wird von 22.4. bis 15.5. „bodybild“ von Studierenden der Schauspielstudiengänge in Stuttgart, Ludwigsburg und Zürich gespielt. In ihrem Stück setzt sich Autorin Julia Haenni mit Erwartungen und Körperbildern auseinander. Währenddessen wird in der Spiegelhalle „Ich – als Juilette Binoche mit Finnen und Katzen“, Monologe von Martin Heckmanns, Ingrid Laus und Jan Naumann, gezeigt. Wir blicken hinter die Türen zweier Wohnungen und begegnen zwei jungen Menschen, die ihr Ich hinterfragen und sich mit ihren Erwartungen an sich und ihr Leben beschäftigen.

Wegen der großen Nachfrage kommt im Mai die bitterböse Komödie „Jeeps“ noch zweimal auf die Werkstattbühne. Urkomisch und quitschbunt: Stellen Sie sich vor, alles, was Sie in Ihrem Leben angehäuft haben, erhalten nicht Ihre Nachkommen. Ihr Nachlass landet in einer Lostrommel und der Zufall bestimmt, wer Ihre geschätzte Überraschungseierfigurensammlung, Ihr millionenschweres Bankkonto oder Ihre Schulden erbt.

Das herrlich respektlose Stück „Unser Lehrer ist ein Troll“ begeistert ein Publikum ab 8 Jahren. Die Moral der zugespitzten Geschichte? Hört nie auf, Fragen zu stellen. Niemals!

www.theaterkonstanz.de



Kommentar schreiben




* Pflichtfelder