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Macht, Ohnmacht, Mut und Verzweiflung

13.02.2019 | QLT Redaktion

Noch bis 1.3. zeigt das Theater Konstanz im Großen Haus das Heimkehrer Drama von Wolfgang Borchert „Draußen vor der Tür“. Soldat Beckmann kommt nach langer Zeit endlich nach Hause. Aber nichts ist mehr, wie es einmal war. Er bleibt stecken: draußen, vor der Tür – zwischen Leben und Tod, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. An gleicher Spielstätte gelangt am 15.2. „Momentum“ von Lot Vekemans zur Premiere. Die niederländische Autorin hinterfragt in ihrem neuen Schauspiel heutige Machtstrukturen, die sinnbildlich für eine Gesellschaft stehen, in der sich die Menschen zunehmend fremdbestimmt fühlen. Gelingt Ebba der Ausbruchsversuch aus den vermeintlichen Sachzwängen? Kann sie das System am Ende grundlegend revidieren? Es folgt im Stadttheater die Premiere „Der brave Soldat Schweijk“ am 15.3. In der Werkstatt wird noch bis 23.3. „Gerron“ gespielt.

Charles Lewinskys Bestseller-Roman zeichnet ein weitgehend auf Tatsachen beruhendes Porträt des Schauspielers und Regisseurs Kurt Gerron, der 1944 mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert wurde. Regisseurin Annette Gleichmann bringt ihre Fassung als beeindruckendes Puppen- und Schauspiel auf die Bühne. Gerron bekommt den Auftrag, einen Film zu drehen, der das erniedrigende Dasein im Ghetto als Paradies schildern soll. Konfrontiert mit dem Dilemma, noch einmal Regie führen zu dürfen, dafür aber in die Hände der Nazis zu spielen, zieht es Gerron immer mehr in den Sog seiner Erinnerungen. Inmitten dieser Hölle stellt sich die Frage der Moral, doch solange gedreht wird, können die Darsteller nicht deportiert werden. Noch bis 16.3. begeistert „King A“ Kinder ab 8 Jahren mit einer Mischung aus Action, Humor und Hintersinn in der Spiegelhalle. Für das Gute eintreten, mächtig sein, Mut haben, Abenteuer bestehen, um die Ehre kämpfen, treu sein, bewundert werden – was macht einen Ritter oder eine Ritterin aus?
www.theaterkonstanz.de

Fotonachweise:
Foto: Ilja Mess


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