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Theater Konstanz – Kreuz und Queer

15.06.2022 | QLT Redaktion

Expedition Mitte, Foto: Ilja Mess

Von 18.6. bis 23.7. geht das Theater Konstanz wieder nach draußen und verwandelt bei der Uraufführung von „Nosferatu“ den Münsterplatz in eine fantastische Bühne, auf der die „Schauermär für Ensemble und Blaskapelle“ für genüssliches Schaudern sorgt.

Erarbeitet hat die Konstanzer Version Stephan Teuwissen, die Musik zur Konstanzer Uraufführung hat Sebastian Androne-Nakanishu, Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Kompositionswettbewerbe, komponiert. Auf die Bühne bringt das komisch-musikalische Melodram die Schweizer Regisseurin Mélanie Huber.

„Professor Van Hasselt, herumreisender Wissenschaftler, spricht in Konstanz vor dem Verein der Bildungsfreudigen über widernatürliche Phänomene unter besonderer Berücksichtigung des Vampirismus. Kaum eine Person schenkt ihm Glauben.“ So beginnt das Spektakel um den tragisch-grausigen Orlok, seines Zeichens Vampir. Neben großartigen Musikern aus der Region und dem wunderbaren Theaterensemble, ist auch das Stadtensemble des Theater Konstanz in die Inszenierung eingebunden.

Auch die Südwestdeutsche Philharmonie präsentiert auf dem Münsterplatz am 15.7. ihr Open-Air-Konzert „Hymnen der Nacht“, ein Programm, das den verschiedensten musikalischen Aspekten des Nächtlichen, Träumerischen huldigt.

Auf die Werkstattbühne wird noch bis 17.7. die schräg-schrille Komödie „Feuersturm“ gezeigt und in der Spiegelhalle nimmt das immersive Theaterprojekt „Expedition Mitte“ das Publikum noch bis 23.6. auf eine abenteuerliche Reise mit. Angesiedelt zwischen Theater, Kunstinstallation, Video- und Musikproduktion verschwimmen Fiktion und Wirklichkeit. Ebenfalls in der Spiegelhalle wird am 3. und 4.7. Milan Gathers „Oma Monika – Was war?“ gezeigt, das dieses Jahr mit dem Mülheimer „KinderStückePreis“ ausgezeichnet worden ist. Das Gastspiel – für Kinder ab 8 Jahren – erzählt von Balthasar, der während eines längeren Aufenthalts bei seiner Oma entdeckt, dass diese nicht nur Wörter beim Kreuzworträtsel, sondern auch Erinnerungen vergisst und Verwandte verwechselt.

Danach sucht die queere Ausgabe des diesjährigen LET’S ALLY-Festivalwochenendes (8.-10.7.) nach Utopien, Visionen, einem solidarischen Miteinander – in Kunst und Diskurs. Zum Auftakt wird die Erfolgsinszenierung „Der fabelhafte Die“ für alle Menschen ab 10 Jahren gezeigt. Ebenfalls am Freitag geht es in „Feygele“ von und mit Tobias Herzberg um jüdische Identität aus einer queeren Perspektive – um Begehren, Ausgrenzung, um schwules Stigma und um Selbstbestimmung. Am Samstag ist das Theater live beim CSD dabei und startet am Abend im Foyer der Spiegelhalle in die CSD-Partynacht.
Weiterer Höhepunkt am Sonntagabend: Gastspiel „Ja heißt ja und…“ von Carolin Emcke. Regisseurin Susanne Frieling hat aus dem Long-Essay einen energiegeladenen Abend mit spielerischem Humor geschaffen.

www.theaterkonstanz.de



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