sprich:[kult] Kultblatt seit 1979

Theater Konstanz – Geschichte und Geschichten

13.11.2019 | QLT Redaktion

Wir lieben und wissen nichts, Foto: Bjørn Jansen

Das Theater Konstanz zeigt große Geschichten in einer Mischung aus klassischem Theater und neuen Formen und bietet dabei ein breites Spektrum.

Im Großen Haus steht „Die Tage der Commune“ auf dem Spielplan. Das Stück, das Brecht aus historischen Zitaten zusammensetzte, zeigt, wie Einzelschicksale von den großen politischen Ereignissen durchdrungen werden. Der Aufstand, der insgesamt dreiundsiebzig Tage dauerte, scheiterte letztendlich nicht an seiner Kraft, sondern an einem Mangel von Organisation und Zusammenhalt. So beginnt das Stück als Räuberpistole und endet als Trauerlied über eine gescheiterte Utopie. Außerdem im Stadttheater zu sehen: Musikabend „Herzrasen“ sowie das Familienstück „Die Bremer Stadtmusikanten“.

In der Spiegelhalle inszeniert Ramsès Alfa die Uraufführung von „Ngunza – Der Prophet“, ein Schauspiel von Rafael Kohn nach der wahren Geschichte von Simon Kimbangu. Charles, ein intellektueller Bantu, und seine Kameraden haben das belgische Terrorregime satt. Sie wollen die Unabhängigkeit des Kongo und schrecken nicht vor bewaffnetem Widerstand zurück. Ihre Motive unterscheiden sich, ihr Ziel ist dasselbe. Am Vortag des geplanten Attentats hört Charles eine Predigt des Propheten Kimbangu. Er beginnt zu zweifeln. „Wir lieben und wissen nichts“ von Moritz Rinke, der sein szenisches Dynamit unter amüsant geschliffenen Dialogen verbirgt und seine Figuren ebenso liebevoll wie gnadenlos zeichnet, wird in der Werkstatt gespielt. Regisseur Stefan Eberle ist wieder eine erfrischend temporeiche Inszenierung gelungen. Ebenfalls in der Werkstatt gelangen zwei Wiederaufnahmen zur Aufführung. Am 22.11. betritt Ralf Beckord als „Der Reichsbürger“ die Bühne und am 3. und 4.12. wird „Gerron“ gezeigt. Charles Lewinskys Bestseller-Roman zeichnet ein weitgehend auf Tatsachen beruhendes Porträt des Schauspielers und Regisseurs Kurt Gerron, der 1944 mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert wurde. Zu sehen ist Annette Gleichmanns Fassung als beeindruckendes Puppen- und Schauspiel.

www.theaterkonstanz.de



Kommentar schreiben




* Pflichtfelder