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Theater Konstanz – Ganz nah am Leben

12.10.2022 | QLT Redaktion

Foto: Ilja Mess

In der Spielzeit 2022/2023 präsentiert das Theater Konstanz unter dem Motto „Respekt ist zumutbar. Immer.“ 22 Premieren, davon 7 Uraufführungen und eine deutschsprachige und eine deutsche Erstaufführung. 15 Regisseurinnen und 6 Regisseure werden die Stücke auf ihre Aktualität befragen.

Eröffnet wurde die Spielzeit am 23.9. im Stadttheater mit dem Klassiker „Der zerbrochne Krug“ in der Regie von Schirin Khodadadian, die bereits „Jeder stirbt für sich allein“ in Konstanz inszeniert hat. Die scheinbare Provinzposse um Korruption, Lug und Betrug entpuppt sich als Drama um Macht und Machtmissbrauch, in dem Positionen gesichert und Verhältnisse zementiert werden. Es folgt ab 21.10. die Uraufführung „Quijote“, sehr frei nach Miguel de Cervantes. Quijote sucht das Abenteuer und zieht seit 1605 aus, um Herzen zu erobern und – natürlich – gegen Windmühlen zu kämpfen. Was wäre, wenn sich die Realität noch absurder zeigt als jede fantastische Vorstellung?

In der Werkstatt ist seit 24.9. die Uraufführung „KARL!“ von Susanne Frie-ling und Hannah Stollmayer zu sehen. Es geht um die Beziehung zweier Brüder, von denen einer eine Behinderung hat und der andere nicht. Der Beitrag von Geschwisterkindern für die soziale Teilhabe ihrer behinderten Geschwister ist enorm, doch sie selbst und ihre Bedürfnisse werden oft nicht wahrgenommen – nicht in der Öffentlichkeit, nicht in der Politik. In Zusammenarbeit mit dem Theater HORA aus Zürich, richtet „KARL!“ den Blick auf diesen blinden Fleck. Ein authentisches, bewegendes Stück, das direkt ins Herz trifft.

Freuen darf man sich auch auf zwei Erfolgsstücke der letzten Spielzeiten, die wieder auf die Werkstattbühne kommen: „All das Schöne“, in dem sich Dominik Puhl ungestüm in die Herzen des Publikums spielt. Jonas Pätzold kehrt mit seinem fulminanten Liederabend „Kurz vor Kuss“ ebenfalls auf die Werkstattbühne zurück. Es folgt in der Spiegelhalle am 15.10. „und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr“ von Thomas Köck für Publikum ab 14 Jahren. Thomas Köck wurde bereits zwei Mal mit dem Mülheimer Dramatikpreis ausgezeichnet. Er hat einen Abgesang auf unsere Welt geschrieben. Die ausgerotteten Tiere, die zukünftigen Generationen erheben ihre Stimmen in diesem Text. Konzentriert und eindringlich fragen sie uns, warum wir nicht anders können, als auf Zerstörungskurs zu bleiben. Außerdem starten im November die Familienstücke: „Die wilde Sophie“ im Stadttheater für Kinder ab 6 Jahren und für die kleineren in der Werkstatt „Psssst“ übers Rauschen und Lauschen.

www.theaterkonstanz.de



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