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Theater Konstanz – Ein leidenschaftlicher Neustart

15.09.2021 | QLT Redaktion

Wunschpunsch, Foto: Ilja Mess

Intendantin Karin Becker und ihr Team haben eine turbulente, ungewöhnliche und auch erfolgreiche erste Spielzeit hinter sich. Nun will man an die Erfolge anknüpfen – beim Neustart in die Spielzeit 2021/2022 unter dem Motto „WO GEHEN WIR HIN?“. Einige Produktionen aus der letzten Spielzeit schaffen es nun auf die Bühnen des Konstanzer Theaters. Hausregisseurin Franziska Autzen kann ihre Inszenierung der „Katharina Blum“ zeigen, Hausregisseur, Autor und Leiter des JTK Kristo Šagor wird „Virginia Woolf“ nachholen, Familien können sich endlich von „Wunschpunsch“ nach Michael Ende verzaubern lassen und „The Black Rider“, das schräge Musical von William S. Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson soll das Stadttheater rocken. Einiges kommt neu dazu und insgesamt stehen sechs Uraufführungen und eine deutschsprachige Erstaufführung auf dem Plan. Natürlich darf man sich wieder auf das Münsterplatz Open Air freuen – es wird gruselig bei „Nosferatu“.

Das große Theaterfest lockt am 18.9. von 15 bis 20 Uhr in die Spielstätten und auf den Münsterplatz. Zum Spielzeitstart feiert am 24.9. im Stadttheater „Die Verlorenen“ von Ewald Palmetshofer in der Regie von Franziska Autzen Premiere. Mit trockenem Witz wird eine hochsensible, wuchtige Geschichte über die menschliche Existenz erzählt. In der Werkstatt gelangt ab 25.9. „All das Schöne“ zur Aufführung. Nach dem Selbstmordversuch seiner depressiven Mutter will ein siebenjähriger Junge sie an all die großen und kleinen Ereignisse erinnern, für die es sich zu leben lohnt, und beginnt eine Liste zu schreiben. Diese endet im Erwachsenenalter bei einer Million Dingen. Dem britischen Autor Duncan Macmillan ist es gelungen, einen lebensbejahenden Monolog über das todernste Thema Suizid zu schreiben. Hinreißend komisch, berührend und niemals sentimental. In der Spiegelhalle zeigt das neu gegründete Stadtensemble ab 26.9. „Hin und her“ nach Ödön von Horváth, eine Geschichte, die im Niemandsland zwischen zwei Staaten spielt, ein Nachdenken über Grenzen – auch in den Köpfen der Menschen. Entstanden ist eine poetische Komödie, die Horváths Geschichte in einer Art skurrilen Sommernachtstraum fortschreibt.

Zur Uraufführung gelangt dann am 16.10. in der Spiegelhalle „Der fabelhafte Die“ von Sergej Gößner in der Regie von Kristo Šagor. Auf spielerische Weise bringt Gößner dem Kinder- und Erwachsenenpublikum in seinem Stück non-binäre Geschlechtsidentität nahe und erschafft dabei eine Welt aus Jahrmarkt und Revue, eine Geschichte über das Geschichtenerzählen.

www.theaterkonstanz.de



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