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SWR Talk am See – Interview mit Gaby Hauptmann

24.04.2019 | QLT Redaktion

Ab Samstag den 11.5. um 22:15 Uhr begrüßt die Autorin und Journalistin Gaby Hauptmann ihre Gäste in der neuen Samstagabendsendung „Talk am See“ in der ehemaligen Stiftskirche St. Johann in Konstanz. In den 1980er Jahren beginnt Gaby Hauptmann ihre journalistische Karriere am Bodensee beim Südkurier Konstanz. 1987 wird sie Chefredakteurin beim „Seefunk Radio Bodensee“. Parallel dazu fängt sie eine Fernsehkarriere zunächst als Autorin und später als Produzentin und Regisseurin an. Heute ist sie eine der erfolgreichsten Autorinnen Deutschlands. Sie verkaufte bereits mehr als zehn Millionen Bücher in über 35 Ländern. Nun kehrt sie mit dem neuen Sendeformat des SWR in die Heimat zurück. Wir haben mit ihr über ihre neue Talkshow gesprochen.

Qlt: Sie haben bereits mehrere Sendungen wie „Prominenz Privat“ und „Willkommen im Club“ moderiert. Sie selbst sind ja Allensbacherin. Wie fühlen Sie sich nun dabei, mit der Sendereihe „Talk am See“ über und in der heimischen Region zu moderieren?

G.H.: Es ist ein Irrtum, dass die Sendung ihren Schwerpunkt auf die Bodenseeregion setzt. Sie umfasst den SWR in seinem gesamten Sendegebiet. Das bedeutet also Saarland, Rheinland Pfalz und Baden-Württemberg. Wenn Konstanz darin vorkommt, dann auf alle Fälle als Location und selbstverständlich auch, wenn irgendetwas Besonderes hier passiert oder ein spannendes Thema ansteht. Ansonsten haben wir natürlich genauso andere Themen im Blick und Menschen aus Politik, Gesellschaft und Prominenz, die in dieser Woche Anlass geben für eine interessante Sendung. Es ist alles möglich. Deswegen wird die Sendung so facettenreich sein. Die Gäste werden immer wöchentlich neu ausgewählt. Somit kann man nie voraussagen, wer im Mittelpunkt stehen wird.


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Qlt: Wie wurden Sie auf das Projekt „Talk am See“ aufmerksam?

G.H.: Gar nicht. Es wurde mit mir „aus dem Boden gestampft“. Da ich Bücher schreibe, habe ich des Öfteren Besuch von Leuten, die sich bei mir anmelden und etwas erzählen wollen. In diesem Fall kam ein Herr zu mir. Ich wusste nicht, wer er ist. Er saß dann bei mir und wir haben Cappuccino getrunken. Nach 20 Minuten Smalltalk erfuhr ich, dass er und der SWR auf die Idee kamen, mich zu fragen, ob ich nicht möglicherweise eine Sendung, die damals noch keinen Namen hatte, moderieren könnte. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht klar, wo wir uns niederlassen werden. Es war alles offen. Ich habe gesagt, wenn ich das überhaupt mache, dann am Bodensee. Es war ein Scout unterwegs, der alleine am Bodensee 40 Locations gefunden hat. Dass wir es geschafft haben, die eine hier in St. Johann zu finden und diese auch zu bekommen, macht mich super glücklich. Danach haben wir uns natürlich überlegt, wie man das „Kind“ beim Namen nennen kann. Wir sind am See, also kamen wir auf „Talk am See“.

Qlt: Was erwartet die Zuschauer bei dieser Show und was wird das Besondere sein? Wie unterscheidet sie sich von anderen Nightshows?

G.H.: Im Gegensatz zum Nachtcafé, das ebenfalls beim SWR ausgestrahlt wird, sind wir nicht monothematisch. Das Nachtcafé hat immer ein bestimmtes Thema, für das passende Menschen eingeladen werden. Bei unserer Show ist es nun mal so, dass es etwas sein wird, was gerade topaktuell in dieser Woche ist. Es ist zwar tolle Publicity, wenn man einen Promi einlädt, aber eigentlich ist ein „normaler“ Mensch genauso ergiebig. Jemand, der eine besondere Geschichte hat, ist oftmals viel interessanter. Außerdem wurde für die Sendung eine neue Redaktion zusammengestellt. Es gab sehr viele Bewerbungen. Auch das war interessant, da du schauen musst, wer passt zu dir? Und wer ist Talk erfahren und hat schon Talkshows gemacht. Der neue Redaktionschef Alexander Möhnle kommt von Hangar-7 aus Wien extra nach Konstanz. Dabei ist ebenfalls eine Kollegin aus Köln, die auch bei Bettina Böttinger gearbeitet hat. Wir haben nun lauter Leute, die Talk erfahren sind. Es muss das Wichtigste in dieser einen Woche erfasst werden. Das Wichtigste nicht nur für uns, sondern vor allem für die Zuschauer. Sie müssen am Schluss mit einem guten Gefühl rausgehen. Zugleich sollte die Show unterhaltsam und ernsthaft sein.

Qlt: Als Location wurde die ehemalige Stiftskirche St. Johann in Konstanz ausgewählt. Warum wurde gerade Konstanz als Drehort gewählt?

G.H.: Der Produzent und ich haben natürlich alles, was uns vorgeschlagen wurde in Betracht gezogen. Allerdings habe ich mich dazu entschieden, dass ich keine 2-3 Tage für eine Location unterwegs sein möchte. Ich habe noch andere Sachen, die ich nebenher mache, wie zum Beispiel Bücher schreiben. Somit muss ich das alles unter einen Hut bringen können.

Qlt: Sie sind die letzten Jahre vielen unterschiedlichen Tätigkeiten nachgegangen. Wie ist es für Sie, mit Talk am See wieder zurück ins Rampenlicht zu kehren und zu moderieren?

G.H.: Wissen Sie, es spielt keine Rolle, ob ich bei einer meiner Lesungen bin oder eine Rede vor 2.000 Leuten halten muss. In beiden Fällen sind Menschen da, die erwarten, dass man die Sache jetzt rockt. Das einzige was interessant ist und was mich wahrscheinlich auch auszeichnet ist, dass ich Erfahrungen als Gast, aber auch als Moderatorin mitbringe. Das ist möglicherweise ein Grund, warum mich Werner Kimmig und der SWR als Moderatorin haben wollten. Ich weiß, was mich alles stört oder langweilt, wenn ich in einer Talkshow bin, aber ich weiß auch, wie ich sie zu führen habe.

Qlt: Neben Talk am See, welche Projekte stehen für 2019 an?

G.H.: Während ich jetzt hier sitze, wartet mein Lektor darauf, dass ich ihm heute das Ende meines neuen Buches schicke. Ich habe für mich gedacht, ich möchte das eine fertig haben, bevor ich das andere angehe. Im Kopf bin ich noch in China, da das Buch dort spielt. Allerdings würde ich lieber mit meinen Gedanken in Konstanz sein, damit wir das hier auch von Anfang gut meistern können. Zu 100 Prozent ist es so, dass trotzdem immer ein Projekt kommen kann, das einen anspricht.

Das Interview führte Anna Medzhydova
Foto:JH



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