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„Spiegel zum Hof“ Ricarda Roggan und die Klasse für Fotografie

21.04.2021 | QLT Redaktion

Ricarda Roggan, Garage 10

Mit der Ausstellung Spiegel zum Hof vom 15. Mai bis zum 11. Juli widmet sich der Kunstverein Konstanz einer neuen Generation von Künstlern und Künstlerinnen, die an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Ricarda Roggan studieren.

Der Weg, den Ricarda Roggan mit ihrer Klasse geht, zeichnet sich nach sieben Jahren Lehre deutlich ab: Jenseits der vielfältigen traditionellen Möglichkeiten, die die Fotografie bietet, wird eine eigenständige Sprachlichkeit entwickelt. Die Arbeiten der Schüler und Schülerinnen befragen unter anderem das fotografische Material und ihre Antworten führen nicht selten in neue Formenvokabulare.

So ist Marie Zbikowskas Arbeit mit dem Titel Dat uns nich langwielig warrt, heppt wie sungen, nicht nur eine auf Papier belichtete Fotografie. Mit Hilfe von Wachs, Gips und Bewegtbild reflektiert sie in ihrer Arbeit das eigene Medium, um dem Phänomen des Vergessens auf den Grund zu gehen. Die Performance und Videoarbeit The Table von Einan Kaku entstand während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020. Über 48 Tage fotografierte sie, fast immer um die gleiche Uhrzeit, den Esstisch, ohne Stativ, eher wie ein Ritual, aus der Hand. Die Arbeit wurde im zweiten Lockdown fortgesetzt und wird im Kunstverein als Installation im Raum präsentiert.

Gleich mehrere Arbeiten beziehen sich, wenn auch in unterschiedlicher Herangehensweise, auf bereits bestehende Bilder. In seiner Arbeit Me As CC, beschäftigt sich Jan Hottmannn mit seinem Selbstbild. Er orientiert sich dabei an dem Werk einer Künstlerin, deren Schaffen und Denken für seine Vorgehensweise ein wichtiger Referenzpunkt sind. Hannah J. Köhlers Arbeit Restlicht hingegen entstand als Antwort auf ihre Auseinandersetzung mit der Fotoarbeit Nachtbilder und dem daran anknüpfenden, nicht-narrativen Kompilationsfilm Geschichte der Nacht des Schweizer Regisseurs Clemens Klopfenstein.

Den Moment zwischen fotografischem Bild und Abbild markiert auch die Arbeit Rock Point I & II von Tino Kukulies. Die in der Wüste der Navajo Nation aufgenommenen Steinformationen sind mit Bedeutung aufgeladen. Sie sind einerseits lebenswichtige Orientierung und andererseits symbolträchtige Begegnungsstätte. Was genau wir in fotografischen Bildern sehen, ist eine Thematik, der Johannes Ocker in seiner fünfteiligen Arbeit Dioramen nachgeht. Ocker zeigt uns Schwarzweißbilder von Gärten, deren Wirklichkeit wie auch Dimension er durch seine fotografische Herangehensweise jedoch in Frage stellt.

Die vierzehn verschiedenen Positionen bestehend aus Fotografien, Videos und Skulpturen entstanden teilweise eigens für die Konstanzer Ausstellung. Sie betonen die Vielstimmigkeit und den Wandel des fotografischen Mediums. Ihr Zusammenspiel eröffnet einen neuen Blick, sowohl auf die unterschiedlichen Gebrauchsweisen des fotografischen Materials und die Motivik, als auch auf die Haltung der dahinterstehenden Künstler und Künstlerinnen. Ergänzt wird die Schau durch Kurzfilme, Diskussionsrunden sowie einem Gespräch zur Kunst mit Ricarda Roggan und ihrer Klasse.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Javier Klaus Gastelum, Jan Hottmann, Einan Kaku, Hannah J. Kohler, Kuo Hsin-Hui, Tino Kukulies, Mizi Lee, Johannes Ocker, Ricarda Roggan, Anthony Wahl, Marie Zbikowska und Roxenna Zimmer ist von Samstag, 15. Mai 2021 bis zum 11. Juli 2021 im Kunstverein Konstanz zu sehen.

Termine:

Eröffnung: Freitag, 14.5.2021, 17 – 20.30 Uhr, Einführung Prof. Dr. Jürgen Stöhr, Universität Konstanz, 18:00 Uhr, 19:00 Uhr und 19:30 Uhr

Kunst im Gespräch: Sonntag, 16.5.2021, 11 Uhr, Dorothea Cremer-Schacht, Kunstverein Konstanz mit Künstlerin Ricarda Roggan und ihrer Klasse

Öffnungszeiten : Di – Fr, 10.00 – 18.00 Uhr, Sa / So/ Feiertage, 10.00 – 17.00 Uhr

Bitte informieren Sie sich jeweils vor dem Besuch der Ausstellung über allfällige Terminänderungen und Einlassbestimmungen aufgrund von Corona-Maßnahmen unter www.kunstverein-konstanz.de oder (+49) 07531-223 41



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