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Schloss Frauenfeld: „Mehr Likes für Landschaften“

27.04.2021 | QLT Redaktion

Personen in eine Landschaft einzubetten wie bei diesem Ausschnitt aus einer Leinwandtapete, war bis ins späte Mittelalter unüblich

Lange Zeit hat man keine Landschaften abgebildet. Allmählich aber eroberte sich die Natur ihren Platz auch auf Bildern. Wie es zu diesem Wechsel in der Bildkunst kam, ist Thema der öffentlichen Führung im Schloss Frauenfeld vom Samstag, 1. Mai 2021 mit der Kunsthistorikerin Dr. Margrit Früh.

Es ist noch nicht lange her, da waren auf Instragram und anderen sozialen Medien sinnliche Augenaufschläge und Duckfaces weit verbreitet. Heute sind diese Selbstinszenierungen schon wieder peinlich geworden und dank hervorragender Bildbearbeitungsprogramme erfreuen sich gerade in Corona-Zeiten vermehrt Landschaftsfotografien von Wäldern, Sonnenuntergängen, Bergen oder Stränden wieder grosser Beliebtheit.

Natur als etabliertes Kunstsujet

Die Gründe, weshalb Gesellschaften einmal vermehrt Menschen, dann wieder häufiger Landschaften abbilden, sind verschieden. Immer aber hat es mit Vorlieben und veränderten Darstellungstechniken zu tun. In unserer Geschichte fand der interessanteste Wandel vom Porträt zur Landschaft im 17. Jahrhundert statt. Zum ersten Mal wird damals die Natur zum eigenständigen Bildthema. Landschaften schmückten vor 300 Jahren neu raumhohe Tapeten oder wurden auf Kachelöfen dargestellt.

Kopfkino zuhause

An ihrer Führung durch Schloss Frauenfeld lenkt die Kunsthistorikerin Dr. Margrit Früh den Blick auf die wie heute idyllisch oder idealisiert inszenierten Landschaftsbilder. Ähnlich wie im Corona-Lockdown boten die gemalten Sehnsuchtsorte den Menschen die Möglichkeit, zumindest geistig in die Ferne zu reisen, als Reisen noch für die meisten die Ausnahme war.

Die Führung findet um 15 Uhr im Schloss Frauenfeld statt. Der Eintritt ist frei, und es gilt eine Maskenpflicht. Beschränkte Teilnehmerzahl.

Anmeldung über Museumswebsite erforderlich: historisches-museum.tg.ch



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