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Rosgarten Museum – Idyllen zwischen Berg und See noch bis zum 9.1.2022

08.12.2021 | QLT Redaktion

Schloss Mainau, Burckardt nach Labhardt, 1837

Während der Aufklärung entdeckten Dichter und Maler den wildromantischen Voralpenraum und den Bodensee: Goethe machte hier Station, der Landschaftsmaler Joseph Anton Koch studierte die „erhabenen Wunder“ der Alpen, die Dichter Gustav Schwab, Annette von Droste-Hülshoff und Eduard Möricke verewigten dieses „alemannische Arkadien“ in berührenden Idyllen. Sie lobten das Licht, die schroffe Bergwelt, Klöster und Ruinen sowie die verträumte Freundlichkeit der Hirten und Seeanwohner. Gekrönte Häupter wie der badische Großherzog und der württembergische König bezogen am Bodensee ihre Sommerresidenzen. Die Konstanzer Sonderausstellung zeigt noch bis zum 9.1.2022 Spitzenwerke dieser grafischen Kunst aus Museen und privaten Sammlungen zwischen Appenzellerland, Bodensee und Rhein: Kolorierte Lithografien, Stiche und farbkräftige Gouachen, die zum Lob einer untergehenden Welt wurden, während das Überkommene durch Industrialisierung und Massenverkehr bereits überrollt wurde. Frühe Andenken, einmalige Zeugnisse aus großbürgerlichen Hotelpalästen und Relikte adligen Lebens aus Schlössern der Landschaft illustrieren sowohl Umbrüche als auch das Beharrungsvermögen im langen 19. Jahrhundert. Ein Kooperationsprojekt des Rosgartenmuseums Konstanz mit den Schweizer Museen Turmhof Steckborn, Volkskundemuseum Stein, Museum Appenzell, Museum Rosenegg, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen, Museum Herisau, Vorarlbergmuseum Bregenz und namhaften Privatsammlern.

www.rosgartenmuseum.de



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