sprich:[kult] Kultblatt seit 1979

Probenbesuch im Lustschloss – Daheim – Eine Odyssee

10.07.2019 | QLT Redaktion

„Ein musikalisch-theatrales Kunstwerk mit der Geschichte rund um die Reise auf der Suche nach Daheim, mit allen Irrungen und Wirrungen, die eine Odyssee mit sich bringt.“

Das Lustschloss in Konstanz am Seerhein ist inzwischen schon zur Attraktion geworden. Reges Treiben herrscht rund um und im großen Zelt. Kein Wunder. Über 10 Konstanzer Projektgruppen und insgesamt ca. 600 Darsteller und Mitwirkende sind an der Gesamtinszenierung zu „Daheim – Eine Odyssee“ beteiligt. Die Proben laufen auf Hochtouren und das bei sengender Hitze. Die angebrachte Klimaanlage kühlt die Gemüter im Lustschloss ab, damit die Konzentration für die Proben gewahrt bleiben. Es ist ein nachdenkliches, bewegendes Stück – ein Statement – auf der Suche nach einem „Daheim“. Es geht der Frage nach, was ist eigentlich „Daheim“? Was ist Heimat oder wie stelle ich mir meine Heimat vor? Ist „Daheim“ Harmonie oder ist „Daheim – Eine Odysse“ oder manchmal einfach beides?
Das theatrale Stück wird musikalisch umrahmt und begleitet von der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. Auch sie setzt damit ein Statement. Wäre das der richtige Ort für „unser Daheim“? Denn die Südwestdeutsche Philharmonie besitzt nach wie vor keine eigene Spielstätte.
Das „Daheim-Team“ trägt schwarze T-Shirts mit dem Aufdruck „EIN ORT, an dem wir spielen wollen.“ Ein Ort, an dem wir Freude miteinander teilen – vor allem die Freude am Spielen. Das Lustschloss trägt nicht ohne Grund diesen Namen, denn er soll ebenso diese Spielfreude und die Lust am gemeinsamen Spielen ausdrücken, so die Macher. Leider geht es nun auch bei uns daheim nicht immer lustig zu – so auch im Stück. Dramatische, traurige und auch melancholische Szenen ereignen sich.
Interessant an der Gesamtkonzeption des Stückes ist, dass die einzelnen Protagonisten und Projektgruppen ihre Parts in Abstimmung mit dem Projektteam oder selbstständig erarbeitet haben. Oliver Wnuk ist einer der Hauptdarsteller. Jedes seiner Worte und raffinierten Wortspiele stammt aus seiner eigenen Feder. Er selbst betont: „Heimat ist auf der anderen Seite extrem unharmonisch, sonst hätten wir auch keine Flüchtlingswelle.“ Jede der Gruppen hat seine eigene Inszenierung zum Ganzen beigetragen. „Das Ziel war, dass alle gemeinsam ein musikalisch-theatralisches Gesamtkunstwerk schaffen.“, so die Projektleiterin Corinna Bruggaier.

Text/Fotos: JH
www.lustschloss-am-seerhein.de