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Museum zu Allerheiligen – DOPPIO I

14.10.2020 | QLT Redaktion

Ein neues Ausstellungsformat für zeitgenössische Kunst wird im Museum zu Allerheiligen gezeigt. „DOPPIO“, ein spannungsgeladener Werkdialog, welches das Museum zu Allerheiligen in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Schaffhausen lanciert. Den Auftakt zu dieser neuen Ausstellungsserie macht vom 23.10. bis 3.1. 2021 die Doppelausstellung Walter Pfeiffer / Hannah Villiger. Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die fotografische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper.

In lockerer Folge stellt „DOPPIO“ Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zum Kanton Schaffhausen Kunstschaffenden aus anderen Teilen der Schweiz oder dem nahen Ausland gegenüber. Der Begriff „DOPPIO“ wird auf Italienisch als Kurzform für einen doppelten Espresso verwendet. In Anlehnung daran lässt sich auch das neue Ausstellungsformat beschreiben: „DOPPIO“ Ausstellungen sind energiegeladen und kompakt, sie regen den Geist an und laden zum Austausch ein. Walter Pfeiffer (*1946) wuchs in Beggingen auf und absolvierte seine Lehre als Schaufensterdekorateur beim Warenhaus EPA in Schaffhausen. Nach seinem Umzug nach Zürich war er als Grafiker, Zeichner und Fotograf tätig. Seit den 1990er Jahren auch als Modefotograf für wichtige Zeitschriften und Modemarken bekannt. Virtuos spielt Walter Pfeiffer mit den Übergängen zwischen Hoch- und Populärkultur und nutzt für sein vielseitiges Schaffen verschiedene künstlerische – 2 – Medien. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen (u.a. Kunsthalle Basel, Fotomuseum Winterthur) und Buchpublikationen gezeigt.

Hannah Villiger (*1951 in Cham/ZG – 1997 in Auw/TG) gehörte in den 1980er Jahren zur jungen, aufstrebenden Schweizer Kunstszene. Sie lebte mehrheitlich in Basel und Paris. Bereits in jungen Jahren genoss ihr künstlerisches Schaffen große Anerkennung, die sich in Ausstellungen in renommierten Ausstellungsinstitutionen (Kunsthalle Basel, Biennale von Sao Paolo) sowie Ankäufen in bedeutende Sammlungen widerspiegelt. Nach ihrem frühen Tod im Jahr 1997 wird sie nun von einer neuen Generation wiederentdeckt. Das Werk beider Kunstschaffender ist von großer thematischer Aktualität und visueller Frische, was sich auch in den Themen der Ausstellung widerspiegelt. Die subtile Auseinandersetzung mit Rollen und Geschlechterbildern ist ebenso Thema der Ausstellung wie die Auseinandersetzung mit Körperästhetiken. Ausgehend von Werken aus den 1970er und 1980er untersucht die Schau die sich wandelnde Sichtweise auf menschliche Körper: Intime, fragile Körperdarstellungen erzählen von Identitätssuche und Emanzipation, jugendliches Unendlichkeitsgefühl trifft dabei auf das Bewusstsein um die eigene Vergänglichkeit.
Kurator: Julian Denzler

www.allerheiligen.ch



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