sprich:[kult] Kultblatt seit 1979

Landesgartenschau-Team stellt Weichen für 2021

16.11.2020 | QLT Redaktion

Die Landesgartenschau Überlingen findet 2021 statt – unter Einhaltung eines Hygienekonzepts, das derzeit erarbeitet wird. Nun beginnen mit der Pflanzaktion die Vorbereitungen auf ein blühendes Frühjahr.


Zehn Gartenbaubetriebe aus der Region werden unter der Regie von Bernhard Halmer dieses Mal vom Gärtnerteam der Stiftung Liebenau unterstützt. Rund 85 000 Pflanzen werden im Frühjahr für üppige Pracht sorgen. 10 000 Stiefmütterchen kommen jetzt in vier Ausstellungsbereichen in die Erde, ebenso rund 40 000 Blumenzwiebeln, unter anderem eine Vielzahl an Tulpen. Kurz vor der Eröffnung der Landesgartenschau am 9. April werden noch 35 000 Frühlingsblüher gepflanzt, alles nach einem Konzept der Pflanzplanerin Petra Pelz. Erneuert wird der prachtvolle Blumenflor auf 23 temporären Flächen im Uferpark, den Villengärten, den Menzinger- und den Rosenobelgärten an Pfingsten.


Das Team der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH kehrt aus der Kurzarbeit zurück und intensiviert die Vorbereitungen zur Landesgartenschau 2021, zu denen auch die Erarbeitung eines Hygienekonzepts zählt. „Was wir derzeit diskutieren, basiert auf dem Jetztstand. Wir alle wissen nicht, wie sich die Situation im April darstellen wird, deshalb ist unser Konzept ein vorläufiges, das jederzeit den Gegebenheiten angepasst werden kann und muss,“ so Geschäftsführer Roland Leitner.


Online-Ticketing
Normalerweise werden bei Gartenschauen viele Tickets an der Tageskasse verkauft. „Da wir als erste Landesgartenschau in Baden-Württemberg ein elektronisches Ticketsystem eingeführt haben, tun wir uns jetzt leichter bei einer online-Abwicklung. Ich denke, dahin müssen wir unseren Schwerpunkt verlagern, und den Ticketverkauf an der Tageskasse auf das Notwendigste beschränken. Das erspart uns lange Warteschlangen“, so Geschäftsführerin Edith Heppeler. Selbstverständlich behalten alle bereits gekauften Tickets ihre Gültigkeit. Bisher wurden knapp 41 000 Tagestickets verkauft. Von den rund 17 000 Dauerkarten wurden lediglich rund 300 aus den unterschiedlichsten Gründen zurückgegeben. „Im Moment
denken wir auch darüber nach, ein Zeitfenster zur Anreise einzurichten, um die Belastung des Bus-Shuttles zu steuern.“
Erleichternd kommt hinzu, dass die Landesgartenschau Überlingen kein zentrales Gelände hat, sondern fünf Ausstellungsbereiche, in die man jederzeit einsteigen kann. Die Verbindung schafft ein gut ausgeschilderter Rundweg. Die Ankunft mit Pkw, Bus, Bahn oder Schiff erfolgt ohnehin an den unterschiedlichsten Stellen. Heppeler: „Wir werden in jedem Fall mehr Personal einsetzen. Neben den rund 600 Ehrenamtlichen, für die wir sehr dankbar sind und die demnächst per Videoclips weiter geschult und auf die Hygienebestimmungen aufmerksam gemacht werden, setzen wir auch einen Sicherheitsdienst ein.“

Einschränkungen bei Veranstaltungen
Einschränkungen wird es nach heutigem Stand sicherlich bei den Indoor-Veranstaltungen in der Blumenhalle, dem Landkreis-Pavillon, dem Treffpunkt Baden-Württemberg und einigen Ausstellungspavillons geben. Heppeler: „Beschränkungen bei Großveranstaltungen sind auch bei der Tribüne vor der Sparkasse-Bodensee-Bühne im Uferpark sehr wahrscheinlich, hier wird die Zahl der Sitzplätze vermutlich stark reduziert. Darauf können wir mit Wartezonen, mit Bändern und aufgeklebten Bodenhinweisen und einer Zählampeln für die Kontrolle der Gästeanzahl reagieren, ebenso mit einem separatem Einlassbereich, mehr Einlasspersonal und Platzanweisungen.“

Innerhalb der LGS-Flächen ist eine Entzerrung der neuralgischen Punkte – es gibt vor allem in den kleinen Ausstellungsbereichen etliche Engstellen – durch Einbahnsysteme möglich. Das allerdings ist mit einem enormen Aufwand, vor allem auch personell, verbunden. Bei den Besucherführungen wird die Größe der Gruppen verringert, von bisher 25 auf 15. „Auch dafür brauchen wir dann verstärkt unsere Ehrenamtlichen“, so Edith Heppeler.

Die Gastronomie
Die beiden Gastronomen müssen eigenverantwortlich die dann geltenden Vorschriften der Corona-Verordnung Baden-Württemberg einhalten. Roland Leitner: „Die LGS als gesamtverantwortlicher Veranstalter wird hier überwachend tätig sein.“

Die Verschiebung der Landesgartenschau auf 2021 hatte im Kleinen auch Vorteile, selbst wenn Roland Leitner einschränkt: „Im Rahmen dieser Pandemie mit ihren sehr ernsten Folgen für die Gesellschaft, aber auch für jeden Einzelnen bis hin zu persönlichen Schicksalen, fällt es schwer, an mögliche Vorteile zu denken.“ Was sind die Vorteile? „Baumpflanzungen konnten sich durch die zusätzliche Vegetationsperiode weiterentwickeln und grundsätzlich haben alle Pflanzen der Daueranlage profitiert. Die Staudenbeete in allen LGS-Bereichen konnten einwachsen, die Bestände konnten sich schließen, der gestalterische Eindruck ist merklich ´erwachsener´ im Vergleich zu einer neu angelegten Fläche. Und die Zusammensetzung des Frühjahrsflors, der jetzt gepflanzt wird, konnte optimiert werden, dadurch dass nun Erfahrungen mit den konkreten Pflanzen am konkreten Ort vorliegen. Es war schon sehr schön, wird allerdings noch schöner“, so Leitner.


Rund 3000 Veranstaltungen sind im Ticket, egal ob Tageskarte oder Dauerkarte, enthalten. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn es durch das Hygienekonzept vermutlich Einschränkungen geben wird. Nahezu alle Events konnten umgebucht werden. Edith Heppeler: „Wir alle konnten ein Jahr lang Corona-Erfahrung sammeln, auch sehen, wie machen es andere, die Insel Mainau oder die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort, und wir gehen entsprechend unaufgeregt mit der Situation um. Wir werden im Gegensatz zu 2020 von Anfang an eine Landesgartenschau mit Veranstaltungen haben, wenn auch mit anderem Bestuhlungs- bzw. Zuschauerkonzept. Zur Gartenschau gehören vor allem für die Region und die Dauerkartenbesitzer die Veranstaltungen dazu, die die Gartenschau erst atmosphärisch vollkommen macht. Das schaffen wir nächstes Jahr.“

Programm erweitert
Neu im Programm ist die Veranstaltungsreihe „Perspektive Zukunft – Nachdenken über Klima und Umwelt im Grünen Salon“. Denn 192 statt 179 Tage (wie 2020 geplant) dauert die Landesgartenschau Überlingen 2021. Da war noch Platz für neue Ideen. Die Reihe, immer freitags von 17 bis 19 Uhr in den Villengärten, wird die Themen Klima und Umwelt aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet, von umweltfreundlicher Seifenherstellung über Biodiversität bis hin zu nachhaltiger Gartengestaltung oder Gemeinwohlökonomie. Höhepunkt wird eine moderierte Podiumsdiskussion am Samstag, 5. Juni, auf der Seebühne sein, mit dem Titel: Perspektive Zukunft – Klimawandel am Bodensee. An diesem Tag wird seit 1972 der „Welttag der Umwelt“ begangen.

www.überlingen2020.de



Kommentar schreiben




* Pflichtfelder