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Kunstmuseum Singen – Schaut her! Toni Schneiders Retrospektive

13.07.2022 | QLT Redaktion

Toni Schneiders, Lichtspuren, Dom Hamburg

Toni Schneiders zählt zu den herausragenden Vertretern der „subjektiven
Fotografie“ und ist einer der stilprägenden Erneuerer der deutschen Nachkriegsfotografie. Längst sind viele seiner Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die für ein „neues Sehen“ stehen, Klassiker der modernen Fotografie geworden. Zusammen mit Peter Keetman, Siegfried Lauterwasser, Wolfgang Reisewitz, Otto Steinert und Ludwig Windstosser gründete er 1949 die legendäre Avantgarde- Gruppe „fotoform“. Seit den 50er Jahren entwarf er als Reisefotograf mit seinen Aufnahmen von Landschaften, Städten, Bauwerken und Menschen ein neues Bild von der Welt und vom Bodenseeraum. Seit 1952 bis zu seinem Tod 2006 lebte der 1920 in Urbar / Koblenz geborene Kamerameister Toni Schneiders in Bad Schachen / Lindau.

2006 zeigte das Kunstmuseum Singen die letzte große Ausstellung zu Lebzeiten des großen Fotografen. Heute, nach Aufnahme und Erschließung des umfangreichen Archivs und Nachlasses in der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, zeigt das Kunstmuseum Singen in engster Kooperation mit der Stiftung bis 18.9.die umfassende Retrospektive „Schaut her! Toni Schneiders.“. Die Ausstellung wird auf beiden Ausstellungsgeschossen des Museums gezeigt. Sowohl die ikonischen Bilder als auch frühe Arbeiten und späte Reisebilder werden vorgestellt. Die Bedeutung Toni Schneiders für die Fotografie der Moderne als auch seine Verbindungen in den Bodenseeraum, etwa die Freundschaften mit Julius Bissier oder Heinz Hajek-Halke, werden gewürdigt.

Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm begleitet die Ausstellung, darunter auch eine Gesprächsführung mit Ulrike Schneiders, Fotografin und Tochter von Toni Schneiders. Zur Ausstellung liegt der von Sebastian Lux herausgegebene und im Steidl Verlag erschienene Katalog „schaut
her! Toni Schneiders.“ mit Texten von Hans-Michael Koetzle, Sebastian Lux und Franziska Mecklenburg vor. Der Katalog kann für 48.- € im Kunstmuseum Singen sowie im Buchhandel erworben werden.

www.kunstmuseum-singen.de



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