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Kunsthaus Zürich – «Olafur Eliasson: Symbiotic seeing»

15.01.2020 | QLT Redaktion

Olafur Eliasson, Test für eine neue Lichtinstallation für das Kunsthaus Zürich, 2019
Foto: Alcuin Stevenson / Studio Olafur Eliasson, © 2019 Olafur Eliasson

Vom 17.1. bis 22.3.2020 präsentiert das Kunsthaus Zürich eine grosse Einzelausstellung von Olafur Eliasson. Eine neue, raumfassende Installation bildet den Mittelpunkt der Ausstellung und berührt ein zentrales Thema unserer Zeit: das Verhältnis und Zusammenspiel von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren auf der Erde. Die Ausstellung ist exklusiv im Kunsthaus Zürich zu erleben.

Olafur Eliasson (*1967) ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler, sozial und ökologisch engagiert und im Dialog mit Politikern und NGOs. Im September 2019 wurde er von der UN zum Botschafter für den Klimaschutz ernannt. In einer neuen, atmosphärisch dichten Installation, die er eigens für die über 1000 qm grosse Ausstellung im Kunsthaus Zürich entwickelt hat, spricht der dänisch-isländische Künstler Betrachterinnen und Betrachter unmittelbar sinnlich an. Neben der zentralen Installation sind auch neue Skulpturen und Lichtarbeiten zu sehen.

Vor einigen Jahren lancierte Olafur Eliasson das «Little Sun»-Projekt, eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, mit solarbetriebenen kleinen Lampen in Gestalt einer Blume Licht in Gegenden der Erde zu bringen, die bisher ohne oder mit unregelmässigem Zugang zu Elektrizität auskommen mussten. Was das bedeutet, machen die zwei Veranstaltungen «Black Out» am 23.1. und 6.2. (offen bis 23 Uhr) im Rahmen der Ausstellung deutlich. Dabei wird die elektrische Beleuchtung im Museum ausgeschaltet und die Besucherinnen können einen Teil der Sammlung des Kunsthauses im Dunkeln und nur mit «Little Sun»-Lampen ausgerüstet besuchen. Ein Teil des Erlöses dieser Aktion geht an das «Little Sun»-Projekt.

SYMBIOSE ALS NEUE FORM DES ZUSAMMENLEBENS
Die Ausstellung «Symbiotic seeing», die Eliasson in engem Dialog mit Kuratorin Mirjam Varadinis entwickelt hat, beschäftigt sich mit Themen wie Koexistenz und Symbiose und zielt auf einen grundlegenden Perspektivenwechsel. Eliasson lädt dazu ein, nicht nur über den Klimawandel – als Folge menschlichen Handelns – nachzudenken, sondern die Position des Menschen als Teil eines grösseren Systems zu verstehen. Das Verhältnis und die Hierarchie von Mensch und anderen Spezies auf der Erde soll kritisch hinterfragt und Raum geschaffen werden für andere Formen des Zusammenlebens. Dabei gelingt es ihm, diese komplexen theoretischen Überlegungen in räumliche Situationen umzusetzen, die die Menschen nicht nur rational ansprechen, sondern sie auch emotional berühren und körperlich bewegen.

Digitorial
Was steckt hinter der Kunst von Olafur Eliasson? Wie arbeitet der Künstler und wie wird man durch sein Werk berührt? Zur Ausstellung ist auf eliasson.kunsthaus.ch ein Digitorial online gegangen. Es bietet Informationen und Hintergründe zu Eliasson und seinem Werk – eine ideale Vorbereitung für Neugierige, die die Ausstellung besuchen wollen.

www.kunsthaus.ch



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