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Ausstellung „Martha Stettler – Eine Schweizer Impressionistin in Paris“

15.04.2021 | QLT Redaktion

Martha Stettler, Les petits bâteaux, um 1908 | R. und P. Grisard-Operschall

Schloss Achberg bereitet die Öffnung der Kunstausstellung „Martha Stettler – Eine Schweizer Impressionistin in Paris“ vor.

Tauchen Sie ein in Martha Stettlers Bildwelt: die Pariser Parks und Schweizer Berge, die unbeschwert spielenden Kinder und feiernden Menschen – Orte und Szenen, nach denen sich viele Menschen sehnen.  Der Ausstellungsbeginn ist geplant am Samstag, 17. April, mit einer Laufzeit bis zum 18. Juli. Kunstfreunde erfahren auf der Website von Schloss Achberg, wann die Ausstellung und unter welchen Auflagen tatsächlich öffnen kann.

Nach der Retrospektive in Bern 2018, die das Werk von Martha Stettler (1870-1945) als Wiederentdeckung feierte, wird nun auf Schloss Achberg zum ersten Mal das Œuvre der Künstlerin dem deutschen Publikum präsentiert. Die Ausstellung vermittelt einen Einblick einerseits in das Werk einer Malerin, die von der Kunstgeschichtsschreibung bislang wenig beachtet wurde, andererseits in ein Stück Frauengeschichte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

Im Fokus der Ausstellung stehen Martha Stettlers impressionistische Darstellungen, die in Paris entstanden sind. Die Malerin liebte Freilichtszenen, in denen der Jardin du Luxembourg, der Tuilerien-Garten und der Schlosspark von Versailles die bevorzugten Schauplätze sind. Martha Stettler stammte aus einer kunstaffinen Bernburger-Familie. Nach der ersten Ausbildung in der Schweiz fuhr die junge Frau 1893 mit ihrer baltischen Lebenspartnerin, der Malerin Alice Dannenberg, nach Paris, um ihre Ausbildung fortzusetzen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Obwohl Stettler als Frau nicht dieselben Ausbildungschancen wie ihre männlichen Kollegen erhielt, setzte sie sich erfolgreich durch und nahm rege am Kunstbetrieb teil. Sie erzielte auf internationalen Ausstellungen namhafte Auszeichnungen, so 1910 auf der Weltausstellung in Brüssel oder 1913 auf der XI. Internationalen Kunstausstellung in München.

1904 war Stettler Mitbegründerin der renommierten Académie de la Grande Chaumière, zu deren Schülerinnen und Schülern u.a. Alberto Giacometti und Louise Bourgeois gehörten. Ab 1909 übernahm sie die Akademieleitung und entwickelte sie 40 Jahre erfolgreich weiter. Stettler pflegte zeitlebens die Verbindung zur Schweiz, insbesondere zu Bern. Ihr Vater und großer Förderer war der Architekt Eugen Stettler. Er war selbst ein virtuoser Aquarellist, eine Begabung, die er an seine Tochter weitergab. Zum ersten Mal werden auf Schloss Achberg Aquarelle und Zeichnungen des Vaters der Öffentlichkeit präsentiert.

Die von Dr. Corinne Linda Sotzek kuratierte Ausstellung wird ermöglicht dank großzügiger Unterstützung zahlreicher öffentlicher und privater Leihgeber, insbesondere durch den Nachlass Martha Stettler und das Kunstmuseum Bern. Gefördert wird die Schau finanziell u.a. durch die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), die Kreissparkasse Ravensburg sowie durch die Stiftung ProHelvetia, die Burgergemeinde Bern und die Ursula Wirz-Stiftung.

Schloss Achberg bereitet sich auf die Öffnung der Ausstellung für Publikum vor. Voraussetzung ist aktuell, dass der Inzidenzwert konstant unter 100 liegt, die Hygienebestimmungen eingehalten sowie ggf. die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst und Besuchstermine vereinbart werden. Eine Reservierung für ein einstündiges Zeitfenster, in der die Ausstellung und das Schloss besichtigt werden können, wird dann per Telefon, Mail oder Online auf der Schloss-Website möglich. Gemäß aktueller Corona-Verordnung dürften sich bis zu 25 Gäste gleichzeitig im Schloss aufhalten.

Schloss Achberg

Tel.: +49 (0)751 85 9510

Öffnungszeiten: Fr 14-18 Uhr, Sa/So/Feiertage 11-18 Uhr

Eintritt: Erwachsene 7 €, ermäßigt 6 €, Familien 13 €

Bitte beachten Sie die aktuellen Hinweise zur Öffnung von Schloss und Schlosscafé auf der Website.



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