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Installation im Park von Schloss Arenenberg: das Napoleongrab

29.03.2021 | QLT Redaktion

Die Grabplatte aus Rorschacher Sandstein mit eingraviertem N

Vieles deutet darauf hin, dass Königin Hortense auf dem Arenenberg eine Kopie des berühmten Napoleongrabs von St. Helena errichten ließ. Zur diesjährigen Sonderausstellung «1821 Napoleons Ende: St. Helena, Arenenberg und die Geburt einer Legende» wird eine Installation die Grabkopie visualisieren. Bereits jetzt wurde die schmucklose, mit einem großen N beschriftete Grabplatte aus Rorschacher Sandstein gesetzt und in unmittelbarer Nähe eine Trauerweide gepflanzt. Die Sonderausstellung des Napoleonmuseums dauert vom 10. Mai bis 24. Oktober und ist Teil des weltweit begangenen Anneé Napoléon 2021.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Napoleon I. in der Verbannung auf der abgelegenen Insel St. Helena mitten im Südatlantik. Nach seinem Tod 1821 erhielt er dort ein schmuckloses Grab. Zahlreiche Zeichnungen geben eine Vorstellung davon, wie das Grabmal ausgesehen hat: Neben einer Quelle, unter den dichten Zweigen einer Trauerweide liegt ein flacher, schlichter Grabstein. Genau so hatte es Napoleon auch verfügt.

Von nun an entstand ein regelrechter Kult um den «großen Korsen». So wurde sein Grab auf St. Helena zur Pilgerstätte und die auf dem Arenenberg am westlichen Bodensee im Exil lebende Königin Hortense de Beauharnais, Stieftochter und Erbin Napoleons I., machte ihre Schlossanlage ganz bewusst zu einem Gedenkort. In Anlehnung an das Originalgrab ließ sie um 1821/22 zusammen mit dem Napoleon-Vertrauten Gaspard Gourgaud im westlichen Schlosspark eine Trauerweide, genannt „Saule de Sainte-Hélène“, pflanzen. Vieles deutet darauf hin, dass unter der Arenenberger Trauerweide außerdem eine Grabanlage aus Stein existierte. So etwa sprachen die kantonalen Verwalter des Arenenbergs über Generationen vom «Napoleongrab» im Park, ein Foto aus dem Jahr 1860 zeigt den als Trauerweide von St. Helena bezeichneten Baum und im Parkplan von 1835 hat die Weide eine eigene Signatur. Ein Gemälde des Schlosses von Henri Emile Brunner-Lacoste aus dem Jahr 1859 lässt sogar eine helle Grabsteinplatte erahnen.

Dort, wo die Trauerweide stand, wachsen heute Weinreben. Sofern es die Grabplatte (noch) gibt, wird sie in größerer Tiefe verschüttet sein. Der Hang ist nämlich einst für den Weinbau in eine günstigere Ausrichtung zu See und Sonne gebracht und dafür neu modelliert worden. Erst in den nächsten Jahren werden Bodenradar-Untersuchungen zeigen, was in der Erde verborgen liegt.

(v.l.): Dominik Gügel, Direktor des Napoleonmuseums, Christina Egli, stv. Direktorin des Napoleonmuseums, Daniel Brogle, Betriebsleiter der Arenenberger Gärtnerei und Peter Zadravec, Leiter Servicecenter Arenenberg.

Weitere Informationen zur Ausstellung:

Napoleonmuseum

Öffnungszeiten

Mai bis September: Täglich, 10:00 – 17:00 Uhr

Oktober bis April: Dienstag bis Sonntag, 10:00 – 17:00 Uhr, Montag Ruhetag // Geschlossen: 23. Dezember 2020 bis 7. Februar 2021

Ostermontag, 5. April geöffnet



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