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ETHNO POP ART – Eva Bur am Orde im Interview

16.05.2018 | QLT Redaktion

Eva Bur am Orde zeigt noch bis Ende Juni einen Auszug ihrer Affenserie im Il Boccone in Konstanz. Zu den gewohnten Öffnungszeiten sind die großformatigen Gemälde zu bestaunen und warten auf interessierte Käufer. Eva Bur am Orde ist die Ethno-Pop Art Ikone und führt ihr Atelier in Rottweil auf dem Moker-Areal. Ethno Pop ist eine Stilrichtung, die eine Brücke von der Urzeit zur Neuzeit schlägt. Wir haben Eva Bur am Orde aktuell interviewt und zur Entstehung dieses Genres und ihrem speziellen künstlerischen Stil befragt.

QLT: Eva, Du hast eine neue Stilrichtung in der Kunst entwickelt – die Ethno Pop Art. Wie bist Du auf diesen Begriff gekommen und was sind die Hintergründe der Entstehung?

E.B.a.O.: Den Begriff Ethno Pop Art habe ich beim Malen an der Peace-Collection, einem UN-Projekt, geprägt. Während der Arbeit an der Peace-Collection wurde mir mit einem Mal klar: Das ist inhaltlich genau das, was mein Künstlerherz bewegt und woran ich arbeiten möchte. Für mich bedeutet Ethno Pop Art, eine Brücke von der Urzeit zur Neuzeit, zum „Jetzt“ zu schlagen. Die Natur/das Leben ist ein unerschöpflicher Fundus, den ich begreife und festhalte durch meine Hand, meinen Verstand und mein Herz und den ich schützen und bewahren möchte. Auch ich bin Teil der Natur.


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QLT: Seit wann arbeitest Du professionell als Künstlerin und was zeichnet Dich als Künstlerin und Deine Kunst bzw. Deinen Stil im Speziellen aus?

E.B.a.O: Wie lange ich schon professionell als Künstlerin arbeite, kann ich nicht so genau sagen… gefühlt schon immer. Was mich auszeichnet ist wohl, dass ich meinen ganz eigenen Stil entwickelt habe. Ich sehe mich inhaltlich bei den Ethnologen und formal beim Pop. Rahmen bauen und Leinwände grundieren ist für mich eine Art Meditation. Ich arbeite klassisch mit Vorzeichnung in Kohle, dann Öl auf Leinen in mehreren Schichten. Ich erschaffe mir mein Gegenüber, mein Spiegelbild… in großen Formaten und leuchtenden Farben. Meine Arbeit macht mich glücklich.

QLT: Du hast auch ein Atelier für deine Ethno Pop Art. Wo genau ist es? Gibst Du dort auch Kurse bzw. steht es offen für Interessierte, die sich mit Deiner Philosophie und Deinem Stil auseinandersetzen möchten?

E.B.a.O.: Mein Ethno Pop Art Atelier ist in Baden-Württembergs ältester Stadt, dem schönen Rottweil. Auf dem Moker-Areal, einer Industriebrache, wo ab 1889 die Gebrüder Moker Zugfedern und Ziffernblätter für die Uhrenindustrie fabrikmäßig fertigten, habe ich meine Atelierräume angemietet. Zur Zeit gebe ich keine Kurse, da ich viel Zeit für eigene Projekte brauche. Interessierte Menschen können nach telefonischer Vereinbarung gerne einen Besuch bei mir machen, Freunde sind immer willkommen.

QLT: Du arbeitest in Serien. Wie kamst Du auf die Idee seriell zu arbeiten?

E.B.a.O.: Das serielle Arbeiten ist für mich eine logische Konsequenz, da die jeweiligen Themengebiete mich umfassend interessieren. So arbeite ich oft an mehreren Serien gleichzeitig. Themen sind für mich nie abschließend behandelt, sondern kreisen immer um mich herum. Oft greifen Serien ineinander oder bauen aufeinander auf. Meine Bilder sind wie eine große Familie, meine Familie.

QLT: Gibt es eine bestimmte Serie, die Dir besonders am Herzen liegt – und wenn ja, warum gerade diese Serie?

E.B.a.O.: Eigentlich liegt mir immer das Thema, an dem ich gerade arbeite am Herzen, aber die Affen sind schon meine besonderen Lieblinge. Die Affen sind entwicklungsgeschichtlich noch unschuldig… sie leben mit der Natur im Einklang. Aber neben den Primaten bedeuten mir auch die indigenen Völker sehr viel. Wichtiger Aspekt dabei ist für mich die Bewahrung der Kulturen und der Individuen.

QLT: Was sind Deine aktuellen Projekte und Ausstellungen für 2018 – planst Du eine neue Serie?

E.B.a.O.: Zur Zeit arbeite ich an einem Katalog. Im April bin ich auf der Art Expo New York, dann folgt eine Einzelausstellung in der Galerie im Altbau in Aldingen. Im Herbst gibt es eine Ausstellungsbeteiligung zur Artweek Berlin. Danach bin ich mit der Galerie M. Beck auf der Art Salzburg vertreten. Unter anderem habe ich eine 6-teilige Affenserie in Arbeit, mehr verrate ich noch nicht.

Aktuelle Ausstellung bis 29.07.2018 in der „Galerie im Altbau“ in Aldingen

www.buramorde.net

Foto: Oliver Fehrle / Das Interview führte JH


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