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»Kultur – Clips vs. Corona« – Vorstellung der Projekte

19.05.2020 | QLT Redaktion

Christine Zureich – #austeksmachneu – Dichten ohne zu schreiben

Bei einem Shutdown – Abendspaziergang durchs Paradies fand die Konstanzer Autorin Christine Zureich in einem „Zu verschenken“ – Karton einen Stapel alter Magazine, die sie kurzerhand nach Hause schleppte. Typografie und einzelne Worte, Phrasen schrien danach, recycelt zu werden. Also begann die Autorin zu schneiden und neue Aussagen zu montieren. Mehr als 50 kleine Gedichte sind auf diese Weise bislang entstanden. Die Miniaturen, die die Schriftstellerin auf Instagram postet ( # christinezureich), fokussieren Themen, die nicht Corona – spezifisch sind, durch die aktuelle Kri se aber verschärft oder erst sichtbar gemacht wurden. Es geht in #austekstmachneu um Enge und Einsamkeit, die Zumutung von zu viel Nachbarschaft einerseits, das Händedefizit andererseits; Weltschmerz reloaded und Fluchtstrategien; die Sehnsucht nach medial en Wahrsagern, zugleich die digitale Überförderung (sic!) und immer auch ein bisschen um den Wahnsinn, der uns alle von Zeit zu Zeit wieder befällt.

Unabhängig von ihrem Inhalt transportieren diese Recyclinggedichte schon durch ihre Form eine starke Messa ge: Wir müssen uns gerade alle mit dem zurechtfinden, was wir vorfinden, das hinnehmen, was eben da ist, aber zwischendrin ist immer noch viel Raum für Spiel, für ganz eigenes, für Schönheit.

Mit Unterstützung durch das Kulturamt Konstanz mittels des Förde rtopfs » Kultur – Clip vs. Corona « ist zu #austeksmachneuderzeit ein Film von Teresa Renn entstanden , der die Methode des Klebgedichts vorstellt (zu finden auf Christine Zureichs Homepage) . Eine Einladung auch an Leute, die nie freiwillig zu Stift oder Tastatur greifen würden, zum Dichter zu werden. Jeder, der sammelt, schneidet und klebt soll seine Gedichte unter #austeksmachneu posten. Christine Zureich und das Kulturamt sind ges pannt.



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