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Ausstellungsprojekt – „Thurgauer Köpfe“

15.07.2020 | QLT Redaktion

Die sechs kantonalen Museen im Thurgau präsentieren 2020 zum ersten Mal ein gemeinsames Projekt: die Ausstellung „Thurgauer Köpfe“. Verteilt auf vier Standorte zeigt sich der Kanton Thurgau im Spiegel seiner Bewohnerinnen und Bewohner auf unkonventionelle Art und Weise. Fern der gängigen Stereotypen wird das, was den Thurgau ausmacht, aus neuen Perspektiven sichtbar. Das sechsteilige Ausstellungsprojekt kann bis zum 18. Oktober 2020 im Historischen Museum, Ittinger Museum, Kunstmuseum, Museum für Archäologie, Naturmuseum und Napoleonmuseum besucht werden. Ausserdem ist ein illustrierter Katalog entstanden, der die verschiedenen Herangehensweisen der Ausstellungsmacherinnen und -macher zum Thema „Thurgauer Köpfe“ veranschaulicht. Das Buch kann in den Shops der beteiligten Museen oder im Buchhandel bezogen werden.

Weitere Informationen zu den Standorten, Adressen und Öffnungszeiten finden Sie unter: www.museenthurgau.ch und den Webseiten der einzelnen Museen.

Informationen zu den einzelnen Ausstellungen

Kunstmuseum Thurgau
Thurgauer Köpfe – Frauen erobern die Kunst

Die Ausstellung „Thurgauer Köpfe – Frauen erobern die Kunst“ skizziert, wie sich die Möglichkeiten für Künstlerinnen zwischen 1880 und 1980 verändert haben. Es wird modellhaft aufgezeigt, wie sich Frauen zunehmend und auf vielfältige Weise ihre Position im kulturellen Leben in der Ostschweiz und über deren Grenzen hinaus erkämpfen konnten. Zu sehen sind u.a. Werke von Mathilde van Zùylen (1842–1914), Martha Haffter (1873–1951), Helen Dahm (1878–1968), Martha Gubler (1902–2005), Susi Iff-Kolb (*1932), Eva Wipf (1929 – 1978) und Charlotte Kluge-Fülscher (1929–1998).


Naturmuseum Thurgau
Thurgauer Köpfe – Einzigartig vielfältig

Die Ausstellung „Thurgauer Köpfe – Einzigartig vielfältig“ nimmt den Titel der ersten gemeinsamen Ausstellung der Thurgauer Museen wörtlich: Sie stellt rund 40 Köpfe, vom klugen menschlichen Kopf bis zum kopflosen Sammlungsbeleg, aus der Sammlung vor. Gemeinsam ist ihnen ihr Bezug zum Thurgau, sei es durch den Fundort, durch den Finder oder ihre Verwendung in der Sammlung des Naturmuseums. Die vielfältige Reihe der gezeigten Porträts eröffnet eine originelle, bisher nie gesehene Sicht auf den Kanton und erzählt darüber, was den Thurgau auch ausmacht.


Historisches Museum Thurgau
Thurgauer Köpfe – Tot oder lebendig

Wer als Thurgauer Kopf gilt, bestimmt die Gesellschaft. Je nach Sichtweise stehen einmal Politiker, ein andermal vielleicht Fernsehprominente oder historische Persönlichkeiten im Rampenlicht. Letztlich ist es für die Geschichte aber weniger entscheidend, wer gerade zum Haupt gekrönt wird. Viel wichtiger sind die Mechanismen hinter dem Köpfemachen. Diese unterscheiden sich je nach Zeit, nach Umfeld oder Medium. Das Historische Museum Thurgau beleuchtet in seiner Ausstellung «Tot oder lebendig», wie sich das Köpfemachen in den rund 200 Jahren seit Kantonsgründung verändert hat. Das Publikum kann dabei selber herausfinden, ob es sich in den verschiedenen Epochen und Zusammenhängen als Thurgauer Kopf bewähren würde.


Ittinger Museum
Thurgauer Köpfe – Ein Bankierssohn pflügt um

Die Ausstellung ist Victor Fehr (1846–1938) gewidmet, der 1867 – mit 21 Jahren – die Kartause Ittingen erworben und das ehemalige Kloster während sieben Jahrzehnten bewohnt hatte. Mit grossen innovatorischen Ambitionen baute der junge Gutsherr in Ittingen einen modernen, technisierten und diversifizierten Landwirtschaftsbetrieb auf. Zeitlebens war Victor Fehr für landwirtschaftliche Organisationen und für das landwirtschaftliche Bildungswesen aktiv. Die patriarchalische Persönlichkeit nutzte die opulenten Repräsentationsräume der ehemaligen Kartause als standesgemässen Sitz und trug so wesentlich zu ihrer Erhaltung bei. Die Ausstellung stellt das reiche Leben von Victor Fehr in Fotografien, Gemälden, Texten und besonderen Ausstellungsstücken vor.


Museum für Archäologie Thurgau
Thurgauer Köpfe – Archäologe ohne Vergangenheit?

In der Sonderausstellung „Thurgauer Köpfe – Archäologe ohne Vergangenheit?“ wird der Archäologe, Schulinspektor und Ver-
sicherungsvertreter Karl Keller-Tarnuzzer (1891–1973) präsentiert. Er prägte mit seinen Ausgrabungen zwischen 1928 und 1963 in Fundstellen wie Hüttwilen-Stutheien, Eschenz-Insel Werd, Pfyn-Breitenloo, Arbon-Bleiche 2 und Gachnang/Niederwil-Egelsee die archäologische Forschung im Kanton. Der Fokus der Ausstellung liegt einerseits auf seiner bis heute nur lückenhaft bekannten Biografie, andererseits werden die oben genannten Fundstellen vorgestellt. Karl Keller-Tarnuzzer grub diese nicht alleine aus: Arbeitslose, polnische internierte Soldaten, Lehrer, interessierte Ordensleute sowie Fachleute der Universität Groningen (NL) waren weitere „Köpfe“ in seinem Team.


Napoleonmuseum Thurgau
Thurgauer Köpfe – Eine Kaiserin bringt Kohle

1906 stiftete Eugénie, die letzte Kaiserin der Franzosen, das Schlossgut Arenenberg mit seinen Sammlungen dem Kanton Thurgau. Damit verschenkte sie ein Millionenvermögen! Das Napoleonmuseum präsentiert in seiner Ausstellung ausgewählt kostbare Stücke aus dem Privatbesitz der Kaiserin, die so noch nie gezeigt wurden: Waffen, Karikaturen, Grafiken, Gemälde, Autografen, Miniaturen, Fotografien, Tapeten oder Schmuck. Auf dem Arenenberg quillen die Thurgauer Schatztruhen über. Ihr Inhalt erzählt die Lebensgeschichte des sicher schönsten Thurgauer Kopfes. Er gehört zu einer der bis heute rätselhaftesten Monarchinnen ihrer Zeit.



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