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art faces – Künstlerporträts aus der Sammlung Würth

13.10.2021 | QLT Redaktion

Foto: Forum Würth Rorschach

Das Forum Würth Rorschach ist der museale Bereich im Würth Haus
Rorschach. Seit der Eröffnung im April 2013 werden regelmässig wechselnde Ausstellungen gezeigt. Die Basis dieser Aktivitäten ist die über 18.500 Werke umfassende Sammlung Würth, deren Grundstein in den 1960er-Jahren von Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth gelegt wurde. Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Kulturprogramm bestehend aus musikalischen, literarischen, künstlerischen und kulinarischen Veranstaltungen.

Die Akzente der Sammlung liegen auf Skulpturen, Malerei und Grafiken vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Neben dem immer bedeutender werdenden Bereich der «Klassischen Moderne», die durch Künstler wie Max Beckmann, Max Ernst, Ernst Ludwig Kirchner,
Edvard Munch, Emil Nolde oder Pablo Picasso eindrucksvoll in der Sammlung vertreten ist, sind es insbesondere die Bereiche Plastik und Skulptur, die mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Bildhauer wie Eduardo Chillida, Alfred Hrdlicka, Robert Jacobsen, Henry Moore, Tony Cragg, Anish Kapoor oder Bernar Venet bereichern die Sammlung. Mit ganzen Werkblöcken sind Künstler wie Hans Arp, Horst Antes, Georg Baselitz, Max Bill, Christo und Jeanne-Claude, Anselm Kiefer, Bernhard Luginbühl unter anderem in der Sammlung vertreten.

art faces – Künstlerporträts aus der Sammlung Würth
26.Juli 2021 bis 29. Mai 2022

Die Ausstellung «art faces – Künstlerporträts aus der Sammlung Würth» ist vom 26. Juli 2021 bis zum 29. Mai 2022 zu sehen. Das Werk und sein Schöpfer – oft betrachtet man das eine und macht sich nicht selten Gedanken über den anderen. Eine Möglichkeit der Annäherung ist das Künstlerporträt. Die Fotografien bildender Künstlerinnen und Künstler im Forum Würth Rorschach bieten diesen persönlichen Zugang auf ebenso unterhaltsame wie tiefsinnige Weise. Das Fotokonvolut in der Sammlung Würth geht zurück auf eine von François und Jacqueline Meyer zusammengetragene Schweizer Kollektion. François Meyer – selbst Fotograf – nutzte seinen Beruf, um der Kunst, die ihn von Kindheit an umgab, noch näher zu rücken. Dies gelang ihm besonders im New York der 1970er-Jahre, wo er Zugang zu vielen Kunstateliers fand. Getreu seinem Ausgangsinteresse an dem Menschen, der hinter dem künstlerischen Werk steht, entstanden Porträtaufnahmen, die die Beziehung von Kunstschaffenden und deren Werk zu verbildlichen suchen.

Während die eigenen Fotografien den Grundstock der Sammlung bildeten, wurde diese nach und nach durch Porträts anderer Fotografinnen und Fotografen ergänzt. Der besondere Charme der Sammlung liegt in der persönlichen Auswahl eines jeden Porträts. Dabei legte François Meyer weiterhin den Schwerpunkt auf Kunstschaffende seiner Zeit. Nur vereinzelt ergänzen Klassiker wie das Porträt von Otto Dix, aufgenommen von August Sander (1876-1964) im Jahr 1928 und damit zugleich das älteste Werk der Sammlung, das Repertoire.

Die Namen der Porträtierten lesen sich nicht nur wie ein Who’s Who der Kunstwelt, sondern spiegeln grösstenteils auch treffend das künstlerische Alphabet der Sammlung Würth wider: von Ferdinand Hodler über Picasso, Georges Braque, Piet Mondrian bis hin zu den Malern der Ecole de Paris wie Serge Poliakoff oder Sonia Delaunay. Wir begegnen dem Paar Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely, Christo, Malern wie Georg Baselitz oder Gerhard Richter und der Pop Art angesichts Andy Warhol oder Alex Katz.

Eine Besonderheit der Porträtausstellung ist, dass sich originale Werke einiger dieser Künstlerinnen und Künstler gleichzeitig in der parallel laufenden Ausstellung «Lust auf mehr – Neues aus der Sammlung Würth zur Kunst nach 1960» sowie im Skulpturengarten rund um das Würth Haus Rorschach anschauen lassen.

Dem gesamten Spektrum der Kunstschaffenden stehen natürlich die Fotografinnen und Fotografen gegenüber, darunter so namhafte wie
Arnold Newman (1918-2006). Er zählt zu den grossen Porträtfotografen des 20. Jahrhunderts. Sein berühmtes Bildnis des niederländischen Konstruktivisten Piet Mondrian stellt einen Höhepunkt der Sammlung dar. Oder Michel Sima (1912-1987), der eine Reihe ganz persönlicher Porträts von Picasso schuf, die – obwohl der Künstler zum sicherlich meist fotografiertesten Modell unter seinesgleichen avancierte – eine neue Sicht auf den Meister erlauben. Die Französin Denise Colomb (1902-2004) hatte sich gleichsam auf die Ecole de Paris spezialisiert, zu der sie als Schwester des Pariser Kunsthändlers Pierre Loeb engen Kontakt hatte. Arbeiten von Kurt Blum, Jean Dieuzaide, Benjamin Katz, Inge Morath and Sabine Weis schliessen sich an, während Fotografen der nächsten Generation wie Philippe Bonan, Oliver Mark und Sebastiano Piras den aktuellen Blickwinkel einnehmen.

Öffnungszeiten
Oktober – März
Dienstag – Sonntag 11 – 17 Uhr
Der Eintritt ist frei

Forum Würth Rorschach
Churerstrasse 10, 9400 Rorschach
www.wuerth-haus-rorschach.ch/artfaces



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