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40 Jahre Zebra Kino – Zebra Kino Open Air vom 7.7. – 11.8.

12.06.2024 | QLT Redaktion

Seit Februar 1983 wurde fleißig geplant und getüftelt. Zehn Filmliebhaber begannen mit der Idee, einen alternativen Raum in Konstanz zu schaffen, in dem Filme jenseits des Mainstreams auf die große Leinwand gebracht werden konnten. Am 5.5. 1984 öffnete schließlich das Zebra – in einem ehemaligen Truppenkino in der Chérisy-Kaserne.

Das Zebra blickt auf 40 ereignisreiche Jahre zurück. Das Kino hat einige Male seinen Standort gewechselt, bis es 1996 seinen heutigen Platz, zurück in der Chérisy, einnahm. Der analoge 35mm-Projektor wurde 2014 von einer digitalen Version abgelöst und statt Paketen mit schweren Filmrollen, kommen jetzt kleine Festplatten oder die Filme werden direkt zum Download bereitgestellt. Auch bei beim sommerlichen Open Air Kino (in diesem Jahr vom 7.7. – 11.8. im Neuwerk Innenhof, Konstanz) werden seit zwei Jahren die meisten Filme mit einem DCP-Projektor, der aus einem Werkstattfenster heraus die nächtliche Leinwand erleuchtet, gezeigt. Der Kinosaal hat mittlerweile eine Lüftungsanlage und sieht heute schicker und moderner aus denn je, hat aber dennoch sein familiäres Wohnzimmer-Feeling beibehalten.

Die Liebe zum Film wird mit viel Herzblut an das Publikum weitergegeben. An sechs Tagen wird der Laden ehrenamtlich geschmissen, damit diese in den Kinosesseln platznehmen und kunstvolle Filme genießen kann. Am siebten Tag wird nicht geruht, sondern die Vereinssitzung findet statt. Der Einstieg ist absolut niedrigschwellig. Alle, die mittwochs im Zebra die Nase reinstecken, dürfen sich sofort an der Programmauswahl beteiligen. Kleinere Subteams gestalten Festivals, Monatsreihen zum Queer- oder Genrefilm, bescheren Kindern erste tolle Kinoerlebnisse oder programmieren Schwerpunkte zu verschiedensten filmischen Bewegungen. Dabei ist das Zebra das einzige Programmkino in Konstanz. Das bringt auch Veränderungen, vielleicht weniger Underground und mehr professioneller Kinobetrieb, ohne aber von der Gründungsphilosophie abzulassen.

Am Wochenende vom 31.5. bis 2.6. feierte das Zebra Kino Jubiläum. Von weit her reisten zahlreiche Ehemalige an, die Zahl an in der deutschen Kino- oder Verleihbranche bekannten Gesichtern, die das Kino hervorgebracht hat, ist beeindruckend. Am Freitag wurde das Zebra Kino mit Festeden gewürdigt, auch Janis Noah Kuhnert vom Bundesvorstand und Marc Teuscher vom LKK hielten Grußworte. Höhepunkt war die Präsentation einer 11-minütigen Dokumentation des kürzlich aus Berlin zugezogenen Filmemachers Frederic Leitzke, die er in den letzten Monaten über das Zebra drehte. Am Samstag wurde die Stadt zu einem rauschenden Fest im benachbarten Kulturladen eingeladen. Ausgelassen wurde zu 40 Jahren Filmhits getanzt. Beim Katerbrunch am nächsten Tag waren nicht mehr unbedingt alle auf der Höhe ihrer Fähigkeiten, dafür aber umso glückseliger ob der gemeinsamen Kinogeschichte. So wurde die Zebra-Familie auf die Heimreise verabschiedet und alle freuen sich schon, selbst in 10 Jahren zum 50. Geburtstag von der dann aktiven Generation eingeladen zu werden.

www.zebra-kino.de



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