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32. Bodenseefestival – Musikalische Grenzgänger

11.03.2020 | QLT Redaktion

Vision String Quartet, Foto: Tim Klöcker

Vom 2.5. bis 1.6. findet das 32. Bodenseefestival zum Thema „Über Grenzen“ in 26 Städten und Gemeinden rund um den Bodensee statt. Grenzen, die nicht nur geografisch, politisch und sozio-kulturell das Leben der Bevölkerung in der Bodenseeregion prägen, sind der thematische Ausgangspunkt des diesjährigen Festivals. Das Bodenseefestival lädt Künstler ein, sich konkret oder assoziativ mit Grenzen auseinanderzusetzen: in Musik, Theater, Tanz und Literatur.

Mit dem international renommierten Schlagwerker Martin Grubinger ist ein Weltstar der Percussion-Szene bei fünf Konzerten am Bodensee zu Gast. Gemeinsam mit dem Belgian National Orchestra eröffnet er am 2.5. im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen das Bodenseefestival und tritt auch im Kultur- und Kongresszentrum in Weingarten (3.5.) und im Dornbirner Kulturhaus (4.5.) auf. Für seine Auftritte im Radolfzeller Milchwerk (14.5.) und im Ravensburger Konzerthaus (15.5.) holt sich Grubinger seinen Schlagwerk-Freund mit ins Boot und präsentiert ein vielfältiges Programm zeitgenössischer Komponisten. Ebenfalls vertreten sein wird das brillante „vision string quartet“, das sich seit seiner Gründung 2012 in der internationalen Streichquartett-Szene etabliert hat und seither mit viel Herzblut und einer Portion Verrücktheit die Klassik-Welt auf den Kopf stellt. Mit einem Repertoire an klassischen Stücken präsentieren sie sich im Neuen Schloss in Meersburg (17.5.), in der Klosterkirche Münsterlingen (20.5.), im Schloss Achberg (23.5.) sowie zusätzlich mit Pop- und Jazz-Bearbeitungen bei Konzertabenden im Bahnhof Fischbach in Friedrichshafen (16.5.), sowie im Deggenhausertal (28.5.). Bei zwei Konzerten holt sich das Streichquartett Unterstützung: Am 21.5. in Münsterlingen vom Klarinettisten Sebastian Manz und am 27.5. in Ravensburg vom Pianisten Frank Dupree.

Vorab gaben die vier jungen Berliner Musiker des „vision string quartet“, Jakob Encke, Daniel Stoll, Sander Stuart und Leonard Disselhorst einige Einblicke in ihre Kunst. „Bei der Repertoire-Auswahl haben wir festgestellt, dass die gemeinsame Auswahl von Stücken, die uns allen gefallen letztlich unser Publikum sowie die Veranstalter begeistern können. Im Ergebnis präsentieren wir oft wenig bekannte Schätze der klassischen Musik wie auch verschiedenster Stilrichtungen, von denen man es nicht gewohnt ist, sie auf Streichinstrumenten zu hören. Der künstlerische Prozess vom Popsong bis zur fertigen Bearbeitung ist ein sehr langer Entwicklungsprozess. Die meisten sehr guten Popsongs, in die wir uns verlieben, eignen sich überhaupt nicht zum Spiel auf einem Streichinstrument, da es selten vorkommt, dass die Melodie alleine ansatzweise gut klingt. Deswegen bewegen wir uns von vorhandenem Material immer weiter weg und experimentieren mit eigenen Ideen, die im Rahmen popmusikalischer Möglichkeiten entstehen. Auf einer Bratsche beispielsweise entstehen dann Sounds wie auf einer Conga oder Bongos – je nachdem, auf welche Stelle man auf der Bratsche klopft.“

www.bodenseefestival.de