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Schaffhauser Wolle – Eine Marke macht Geschichte

11.07.2018 | QLT Redaktion

Vor 150 Jahren begann in Schaffhausen der Siegeszug eines unscheinbaren Wollknäuels. Dank Qualität und einer innovativen Werbestrategie entwickelte sich die Marke „Schaffhauser Wolle“ zu einer Legende der Schweizer Alltagskultur. Am Originalschauplatz – in den ehemaligen Hallen der ersten Kammgarnspinnerei der Schweiz – spürt die Ausstellung dieser Erfolgsgeschichte nach.

Zum Jubiläum zeigt das Museum zu Allerheiligen noch bis zum 19. August eine repräsentative Auswahl der 107 Werbeplakate, die zwischen 1924 und 1989 von Schweizer Grafikern und Künstlern geschaffen wurden. Sichtbar wird dabei nicht nur ein Stück Schweizer Werbegeschichte; die 56 ausgestellten, farbenfrohen Plakate sind auch ein Spiegel des Zeitgeistes und erzählen von den gesellschaftlichen, ökonomischen und ästhetischen Strömungen ihrer Zeit. Zeitzeugen-Interviews, Filme und Fotos zeugen von Pionier- und Unternehmergeist und stehen exemplarisch für ein Kapitel Schweizer Industriegeschichte. Strickhefte und Strickbekleidung aus sieben Jahrzehnten ergänzen die Ausstellung und sorgen für Déjà-vu-Erlebnisse und Retro-Feeling. Die Produzenten der „Schaffhauser Wolle“ gehörten zu den ersten Firmen in der Schweiz, die konsequent mit Werbeplakaten im Weltformat für ihr Produkt warben. Dieser zur damaligen Zeit sehr innovativen Werbestrategie verdankt die „Schaffhauser Wolle“ maßgeblich ihren Erfolg. Bis 1989 blieb die Firma dem Werbemedium Plakat treu. Es gelang, die Marke schweizweit im kollektiven Gedächtnis zu verankern und die Monopolstellung des Strickgarns aus Schaffhausen zu festigen. Die ersten beiden Plakate von 1924 und 1925 stammen aus der Hand von Max Dalang, dem Inhaber einer der ersten professionellen Werbeagenturen der Schweiz, der unter anderem auch für Elmer Citro Werbung machte. Ihm folgte Hugo Laubi, ein weiterer renommierter Plakatgestalter. Auch bedeutende Namen wie Herbert Leupin, Donald Brun, Hans Aeschbach, Martin Peikert, Viktor Rutz und Willi Weiss wurden engagiert, um das Image der Marke zu prägen. Ab Ende der 1960er-Jahre wurden nicht mehr einzelne Gestalter, sondern mehrheitlich Werbeagenturen mit der Kreation der Plakate beauftragt.

Ein besonderer Augenschmaus erwartet die Besucherinnen und Besucher auch in der Dauerausstellung des Museums: Hier hat die weltweit gefeierte Strickkünstlerin Madame Tricot eines ihrer wunderbaren Stillleben aufgebaut: Vom Fasan über den Schweinskopf bis zur Pastete – alles ist täuschend echt gestrickt. Die Präsentation von Madame Tricots gestrickten Leckereien ist noch bis zum Ende der Ausstellung „Schaffhauser Wolle“ zu sehen im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen (Di–So 11–17 Uhr) zu sehen.


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www.allerheiligen.ch



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