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Mehr Theater im Film – Filmrezension „Rob und Bob“

17.01.2018 | QLT Redaktion

Filmrezension von Nina Maier über das Projekt „Rob und Bob“

Eléna Weiß und Philip Heimke sind dem ein oder anderen vielleicht als Schauspieler des Theater Konstanz bekannt. Die beiden haben nun mit ihrem Projekt „Rob und Bob“ den Schritt herunter von der Bühne und vor, beziehungsweise hinter die Filmkamera gewagt. Die abgefahren-trashige Geschichte ihres Films „Rob und Bob“ handelt vom Spacedetective Rob, der in einem kahlen Verhörraum über die Reise vernommen wird, die er mit seinem dem Alkohol verfallenen Kumpanen Bob unternommen hat. Auf der besagten Reise zur Erde wollten die beiden Trenchcoat-Spione das UND jagen, ein Sinnbild für das Böse, das zwischen allen Dingen steht und auf der Erde die Macht ergriffen hat.

Als Zuschauer begleiten wir die Space-Detectives und fragen uns, was Max und Moritz, die offenbar in der Psychiatrie sitzen, mit der Sache zu tun haben. In Schwarz-Weiß- und Farbsequenzen werden die einzelnen Szenen in Binnengeschichten und Rückblenden erzählt.


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Entstanden ist die Idee zum Film durch einen Live-Hörspieltext, den Philip Heimke vor einiger Zeit mit einem Freund geschrieben hatte und der beim Krimi-Winter auch in Konstanz gezeigt wurde. Dies war der Ausgangspunkt für „Rob und Bob“, dessen Produktion schon vor drei Jahren begann. Zu dem Hörspiel über Max und Moritz kam dann der trashig-düstere Überbau, um die Geschichte zum Film zu machen. Da kam die Thematik des Weltraums gerade gelegen: „etwas wesentlich Unbekanntes, etwas, das von ‚oben‘ kommen muss, sozusagen ein Deus-ex-machina-Moment“, sagt Philip Heimke über das Setting des Films.

Das Besondere bei diesem Projekt: Der skurrile Stummfilm wird durch Eléna Weiß und Philip Heimke, die auch das Drehbuch schrieben und Regie führten, live bei jeder Vorführung nachsynchronisiert. Die Filmmusik wird ebenfalls an Ort und Stelle eingespielt. So hat der vielschichtige Film etwas von den Wurzeln der Schauspieler beibehalten, indem er letztendlich nur durch die Anwesenheit und Darbietung der Protagonisten vor Ort funktioniert. Man könne bei einem Stummfilm ‚körperlicher‘ und ‚größer‘ spielen, daher sei der Stummfilm dem Theater näher, so die Schauspieler.

Der Film hat beim Publikum großen Anklang gefunden, Philip Heimke empfand die Resonanz bis jetzt durchweg positv, gerade auch durch die Live-Synchronisation, die dazu führt, dass die jeweiligen Vorstellungen sich immer ein wenig unterscheiden. „Das zeigt ja auch, dass doch mehr Leute als erwartet das Theater wollen.“, sagt er, und spricht sich für „Mehr Theater im Film“ aus.

„Rob und Bob“ war im Dezember im Zebra Kino in Konstanz zu sehen. Die Schauspieler würden ihren Film auch gerne am Theater Konstanz zeigen, an Orten wie der Kantine oder noch einmal im Zebra Kino. Für die Zukunft sind noch weitere Vorstellungen in Kinos im Stuttgarter Raum, in München, Berlin und Leipzig geplant.



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