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ETRUSKER – ANTIKE HOCHKULTUR

16.11.2017 | QLT Redaktion

Bis 4. Februar 2018 im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen. Sie gelten als eines der innovativsten Völker der Antike und haben lange vor den Römern die erste große Zivilisation Italiens geschaffen. In einer umfassenden Sonderschau präsentiert das Museum zu Allerheiligen das faszinierende Volk in seiner ganzen Vielfalt.

Rom war eine noch unbedeutende Siedlung, als die Etrusker im 6. und 5. Jh. v. Chr. in der Blüte ihrer kulturellen Entfaltung standen. Dank üppigen Metallvorkommen, einer blühenden Landwirtschaft und florierenden wirtschaftlichem und kulturellem Austausch mit anderen Mittelmeerkulturen entwickelten sich die Etrusker zu einem der wichtigsten Völker der Antike. Ihr Stammland umfasste die heutigen Provinzen Toskana, Umbrien und nördliches Latium. Die Ausstellung zeigt ein Panorama der etruskischen Kultur und Lebenswelt. Schmuck, Vasen, Skulpturen und kunstvoll gearbeitete Gebrauchsgegenstände erzählen von weitläufigen Handelsbeziehungen und einer ausgeprägten Festkultur, aber auch von Wahrsagekunst, Totenkult und Ahnenverehrung. Die rund 250 Exponate stammen mehrheitlich aus der museumseigenen Sammlung, die knapp 40 ausgesuchten Leihgaben reisen aus dänischen, deutschen und Schweizer Museen nach Schaffhausen. Verschiedene Medienstationen vertiefen die Informationen zu den sorgfältig inszenierten Exponaten. Beim Eintritt in die Ausstellung wirft die Marmorbüste des ersten römischen Kaisers Augustus seinen Schatten symbolisch voraus. Sie versinnbildlicht das Aufgehen der etruskischen Kultur im römischen Reich: Im Jahr 27 v. Chr. wird Etrurien offiziell in die römische Verwaltung eingegliedert und die Etrusker, Begründer der ersten Hochkultur Italiens, verschwinden im Dunkel der Geschichte. Aus Kopenhagen nach Schaffhausen reiste ein Faksimile einer weltberühmten tarquinischen Grabmalerei. Es entstand 1895 aus der Hand des vergessenen Schaffhauser Künstlers Enrico Wüscher-Becchi (1855 – 1932). Es führt den Besuchern nicht nur eindrücklich die Dimensionen der etruskischen Grabmalereien vor Augen sondern ist gleichzeitig auch eine Reverenz an den Schaffhauser Maler, der mit dem Museum zu Allerheiligen auf besondere Weise verbunden ist: Er war es, der in den 1920er Jahren die Umgestaltung des damals baufälligen Klosters in ein Museum anregte. Mit dieser Ausstellung wird erstmals seit 60 Jahren in einem Schweizer Museum wieder ein umfassender Einblick in die Kultur der Etrusker geboten.


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Im Verlag Philipp von Zabern ist ein Sammlungskatalog mit sämtlichen 235 etruskischen Objekten der Sammlung Ebnöther erschienen. Viele davon werden hier zum ersten Mal publiziert und wissenschaftlich aufgearbeitet. Dieser ist für CHF 57.- im Museumsshop erhältlich. Ebenso wird ein vielfältiges Begleitprogramm angeboten.

Weitere Infos: www.allerheiligen.ch



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