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Demeter – mehr Lebensqualität durch natürlichen Genuss

11.04.2018 | QLT Redaktion

Verbraucher wollen es ganz genau wissen: Was ist „Demeter“? Wie unterscheiden sich Demeter-Produkte von konventionellen Angeboten? Welchen Richtlinien muss Demeter entsprechen? Als „Öko-Pionier“ nimmt der Bio-Anbauverband die Qualitätsführerschaft für sich in Anspruch.

Landwirtschaft als Organismus
Demeter-Höfe sollen im Einklang mit der Natur stehen, denn so können sich ökologische und soziale Lebensräume ausbilden, in denen sich Pflanzen, Tiere und Menschen wohl fühlen. Der Verband unterstützt faire Arbeitsbedingungen, schafft Arbeitsplätze, Wohnorte für behinderte Menschen und eine Verbindung von Stadt und Land. Ein harmonisches Miteinander von Mensch und Mensch und von Mensch zu Tier macht glücklich und ist deshalb eines der wichtigsten Anliegen von Demeter.

Als erster Bio-Verband hat Demeter Richtlinien für Pflanzenzüchtung entwickelt und bietet biodynamisch gezüchtetes Gemüse und Getreide an. Die Ideologie der biologisch-dynamischen Feldwirtschaft und Produktion von Saatgut ist an das Konzept des Esoterikers Rudolf Steiner angelehnt. Zum Beispiel wird jeder Hof individuell gestaltet. Die Landschaft, Tiere und Menschen werden mit einbezogen, Boden und Pflanze versteht man als eine Einheit. Das Ziel ist ein geschlossener Kreislauf, der so wenig wie möglich auf Zufuhr von Außen angewiesen ist.


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Unterschiede, die man schmeckt
In Reformhäusern, auf Märkten und in Bio-Läden sind Produkte von Demeter vorrangig vertreten. Das erste Mal tauchte der Begriff Demeter als Verband in den 1920er Jahren auf, als Landwirte ihn nach dem Namen der griechischen Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin gründeten. Heute umfasst das Angebot über 3.500 Demeter-Lebensmitttel, Kosmetika und Modeartikel. Wer ein Demeter-Mitglied werden möchte, muss die dafür vorgesehenen Richtlinien erfüllen. Zum Beispiel sind nur 13 Lebensmittelzusatzstoffe erlaubt. Alle Tiere werden mit biologischem Futter ernährt.

Die Landwirte halten ihre Tiere artgerecht und Kälbchen bleiben drei Monate lang bei der Mutterkuh. Sie werden nicht, wie bei vielen Höfen üblich, sofort von der Mutter getrennt. Die Hörner von Rindern, Schafen und Ziegen dürfen nicht abgenommen werden, denn diese sind zum Beispiel für die Kommunikation in der Herde sehr wichtig. Metallringe, die in die Schnauze des Tiers gesetzt werden, damit sie nicht im Boden wühlen, sind ebenso wie Kastrationen ohne Betäubungs-/oder Schmerzmittel, nicht erlaubt. Die Hühner leben in einem Stall mit Tageslicht und haben Auslauf im Grünen.

Anders als bei konventionellen Höfen dürfen auch die männlichen Küken heranwachsen, die ansonsten sterben müssen. In Deutschland werden pro Jahr 45 Millionen männliche Küken getötet, denn es wäre wegen ihrem geringen Fleischanteil unwirtschaftlich, sie aufzuziehen. Die Geschmacksvielfalt wird dank regional angepasster Sorten-Auswahl von den Konsumenten stets geschätzt.

Qualitätskontrolle
Gepflegt und gedüngt wird der Boden mit Kuhmist, Kräutern, Kieseln und Horn – nicht mit Chemikalien. Wachstumshormone oder Gentechnik brauchen die Demeter-Betriebe nicht. Erst nach einem mindestens zweijährigen Anbau nach biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise darf die Demeter-Qualität anerkannt werden und die Produkte kommen mit dem Logo versehen auf den Markt. Danach gibt es jährlich stattfindende Qualitätskontrollen.

Demeter international
Seit 2016 ist Demeter in 61 Ländern vertreten. Dazu gehören auch Restaurants, die nur mit Produkten von Demeter kochen. Momentan zählen 18 Mitglieder und 5 Gastmitglieder aus Europa, Asien, Amerika, Afrika und Neuseeland zu Demeter. Das sind ungefähr 5.000 Produzenten. In Deutschland gibt es über 2.100 Demeter-Mitglieder, in der Schweiz sind es 272 Betriebe. Ihre Lebensmittel gibt es seit Kurzem auch bei „Coop“ und „Migros“ zu kaufen. Zurzeit gehören 58 Weingüter dem deutschen Demeter-Verband an. Weltweit gibt es schon mehr als 616. Sie erzeugen hochwertige Weine,, die nicht nur Weinfreunde verführen.

Das ist neu: Seit Januar 2018 garantiert ein neues Logo Qualität. Das Logo des Vereins „Demeter MilchBauern Süd w.V.“ gewährleistet den Verbrauchern, dass sie Milch von Landwirten kaufen, die ihre Tiere nur mit Heu und Gras füttern. Es kennzeichnet Trinkmilch, Jogurt und Käse. Diese Fütterung der Tiere wirkt sich positiv auf den Gehalt von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aus. Im Februar 2018 hat der Demeter Baden-Württemberg e.V. übrigens einen neuen Geschäftsführer bekommen. Tim Kiesler ist Agrarwissenschaftler und 33 Jahre alt. Die Vorstände von Demeter Baden-Württemberg freuen sich auf seine Kompetenz und Offenheit. Am 15.2. hat Tim Kiesler die Nachfolge von Christian Wüst angetreten, der die letzten zwei Jahre den Demeter-Verband in Baden-Württemberg geleitet hat.

www.demeter.de



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