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Chronik einer Liebe – Samuel Harfst im Interview

08.12.2017 | QLT Redaktion

Die alten Griechen kannten mehr als nur ein Wort für die Liebe. In zwölf eingängigen Kompositionen beleuchtet Samuel Harfst die Licht- und Schattenseiten einer Reise, die nicht nur aus Liebe bestand, doch deren einziger roter Faden sie zu sein scheint. Dabei gewährt Samuel Harfst tiefe Einblicke in eine schillernde Künstlerseele – „Chronik einer Liebe“ ist mehr als ein Album, es ist eine Geschichte. Sie erzählt von Musik, Heimat, der Liebe zum Moment, aber auch von Tod und dem damit verbunden Kampf um die Hoffnung. Seine eigene Reise führte Samuel Harfst vom Straßenmusiker ins Vorprogramm von Whitney Houston, von selbstaufgenommenen Kellerproduktionen zum Major-Deal mit EMI Music, aus den Fußgängerzonen Deutschlands in die Herzen jeder Menge Fans. Sein Geheimnis? Wahrscheinlich die bestechende Art, das Herz so unaufdringlich auf der Zunge zu tragen.

Auf Deinem letzten Album bist du einen „Schritt zurück“ gegangen. Nun erzählst Du die „Chronik einer Liebe“. Welche Geschichten erwarten den Hörer dieses Mal?

Zuerst einmal ist es natürlich das Album selbst, das diese Geschichte erzählen wird, deswegen möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen. Aber man kann sagen, dass „Liebe“ der einzige Begriff ist, der alle Aspekte des Albums miteinander verbindet. Es gibt nicht nur Liebesballaden, sondern auch Lieder, die die unterschiedlichen Bedeutungen von „Liebe“ thematisieren: die Liebe zum Moment, die Liebe zur Musik, die Liebe zur Heimat. Dabei geht es zum einen natürlich um die verschiedenen Stadien der Liebe auf Beziehungsebene: vom Moment des ersten Sehens, übers Verliebtsein, bis hin zur ersten Routine und Brüchen. Zum anderen geht es aber auch um Hoffnung, selbst über den Tod hinaus, wie zum Beispiel in dem Lied „Hilde“. Mein Tipp an dieser Stelle: einfach überraschen lassen.


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„So wie’s kommt, wird’s schon gut sein“ ist eine Zeile aus dem Lied „Paradies“. Ist das eine Erfahrung, die Du selbst auf Deinem bisherigen Lebensweg gemacht hast?

Absolut. Auch hier möchte ich wieder nicht zu viel vorwegnehmen, aber in dem Song geht es größtenteils um die Schätze, die man von seinen Eltern mitgenommen hat. Mein Vater hat diesen Satz oft wortwörtlich so gesagt und genau dieses Gefühl hat er uns auch immer mitgegeben: „Das wird schon gut sein.“ Egal, ob sich jemand den Arm gebrochen hatte oder ob etwas richtig Schlimmes passiert war. Das hat mich sehr geprägt und es ist deswegen auch immer mein erster Gedanke. Und das, obwohl es eigentlich gar nicht meinem Naturell entspricht. Das klingt jetzt vielleicht widersprüchlich, aber ich neige dazu, mir zu viele Sorgen zu machen. Doch gerade dann ist es die Stimme meines Vaters, die mitschwingt: „So wie’s kommt, wird’s schon gut sein.“

Neben Konzerten mit Deiner Band gehst Du im November auch wieder auf Konzertlesungstour mit Samuel Koch. Wie empfindest Du diese gemeinsamen Konzertlesungen?

Ich freue mich immer sehr, wenn wir mit Samuel Koch auf Tour gehen. Erst einmal ganz schlicht und ergreifend deshalb, weil Sammy und ich uns dann endlich wieder regelmäßig sehen. Wir haben uns unheimlich gern und freuen uns immer extrem, wenn wir uns treffen. Dadurch, dass er als Schauspieler viel zu tun hat und ich häufig auf Tour bin, ist das leider schwierig. Wir haben keine typische Freundschaft, wo man sich Sonntagsmorgens zum Frühstück trifft oder so. Dafür sind unsere Treffen immer unglaublich intensiv. Das ist fast so wie an Weihnachten: Man lässt das Jahr noch einmal Revue passieren. Von daher freue ich mich sehr, mit ihm auf Tour zu gehen. Ganz besonders, weil es mit seinem neuen Buch und meinem neuen Album sicher superspannend für uns beide wird.

www.samuelharfst.de



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