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Bewegung wird zur Kunst – Parkour Konstanz stellt sich vor

11.10.2017 | QLT Redaktion

Das schnelle Überwinden von Hindernissen, die Flucht als Alternative zum Angriff zu wählen, die Bewegung im Regel freien und kreativen Entfaltungsraum, in dem es kein Richtig und kein Falsch gibt, prägt die Lebenseinstellung der Streetjumper und Freerunner der Parkour Konstanz Crew. Seit ca. 8 Jahren ist der Trendsport, der in den späten 80er Jahren in Paris von Raymond Belle entwickelt wurde – auch in Konstanz angekommen. Das Streetjumping und Feerunning integriert viele artistische Elemente, Sprünge, Saltos, Tricks und Moves. Belle selbst bezeichnete Parkour als „kreative Kunst“ der Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen und deren Überwindung – nicht um in der Gruppe zu beeindrucken, sondern immer mit der Absicht die Gefahr und die eigenen Grenzen richtig abzuschätzen. Parkour trifft wie die Streetart eine künstlerische Aussage, indem sie die Rückeroberung des öffentlichen und urbanen Raumes fordert, der mehr und mehr kommerzialisiert, privatisiert und begrenzt wird.

Das sich Hinwegsetzen über Begrenzungen und Normen des öffentlichen Lebens ist ebenso essentiell wie die Freude daran, sich aus eigenem Antriebswillen fortzubewegen. Diese gelebte Philosophie erfordert Mut, Kraft, Selbstkontrolle, Schnelligkeit, Effizienz, Disziplin, Kreativität und der Glaube an die eigene Fähigkeit, Unmögliches zu versuchen und zu erreichen. Jeder, der diesen Sport betreibt, sucht sich zielorientiert seinen eigenen Weg – Selbstbestimmung und Selbstentfaltung sind
dabei die Grundsätze des sich Fortbewegens auf seinem Weg von A nach B durch den urbanen und natürlichen Raum. Parkour gilt auch als Selbstverteidigungsart, die sich nicht wie in den klassischen Selbstverteidigungssportarten mit der direkten Konfrontation, sondern mit der Flucht und dem möglichst schnellen Entkommen aus der Gefahrenzone auseinandersetzt.

„Stark sein, um hilfreich zu sein“ ist der Leitsatz der Parkour-Bewegung, die inzwischen in allen Großstädten der Welt ein Netzwerk gebildet und zahlreiche Mitglieder und Gruppen hat. Kein Konkurrenzdenken, sondern Gemeinschaftssinn und gegenseitiges Helfen, sich als Gemeinschaft stärken und konditionieren und jedem seinen Freiraum für individuelle Bewegungsarten und Stile zu lassen, prägt die Bewegung. Parkour wird nicht als Wettbewerb praktiziert, sondern in Form von Treffen bzw. sog. „Jams“ als Gemeinschaftssport, bei dem alle ein gemeinsames Ziel anstreben und jeder sich individuell einbringt.


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Eva Bur

Parkour Konstanz hat insgesamt 200 Mitglieder, die sich auf Facebook kanalisiert haben – darunter ca. 30 bis 50 aktive Mitglieder, die sich in wöchentlichen Hallen-, OutdoorTrainings und Workshops fit machen. Das regelmäßige Akrobatik- und Turntraining ist grundlegend, um „Draußen“ bestehen zu können. Der Trendsport wird immer populärer und auch die Frauenquote wächst stetig. Kinder und Jugendliche sind herzlich eingeladen, beim Hallentraining zuzuschauen oder mitzutrainieren. Körperliche Fertigkeiten wie Ausdauer und Schnelligkeit und natürliche Grundbewegungsarten wie Rennen, Springen, Klettern, Balancieren, Landen usw. gepaart mit ästhetischen und artistischen Elementen werden einstudiert. Das Kinder & Anfängertraining ist kostenfrei und versichert.

Aktuelle News findet Ihr auf Facebook unter dem Stichwort Parkour Konstanz bzw.
www.facebook.com/groups/132532126793279/

Text: JH / Fotos: Jan-Manuel Jakobi



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