plastic is not fantastic
Wir sind Kinder des Plastikzeitalters
Der Plastikwahn killt uns und unseren Planeten!!!!




Clemens Fleischmann und Familie (Randegger Ottilien-Quelle) hatten Freunde, Presse und Lieferanten am 18. Februar ins Singener Cinemax eingeladen. Was uns Clemens vorsetzte, war keine leichte Kost. Wer den Film PLASTIC PLANET gesehen hat, wird nie mehr aus einer Plastikflasche trinken und auch sonst wachsamer beim Einkauf sein. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters - vom Babyschnuller bis zur Trockenhaube, von der Quietscheente bis hin zum Auto. Plastik ist überall. In den Weltmeeren findet man inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton, die Fische fressen es und verrecken qualvoll mit vollem Magen und selbst in unserem Blut ist Plastik nachweisbar! Die Menge an Kunststoffen, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht aus, um unseren gesamten Erdball sechs Mal in Plastikfolie einzupacken. In PLASTIC PLANET sucht Regisseur Werner Boote, dessen eigener Großvater ein Pionier der Plastikindustrie war, weltweit nach Antworten und deckt erstaunliche Fakten und unglaubliche Zusammenhänge auf: Schadet Plastik unserer Gesundheit? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Wer verliert? PLASTIC PLANET (er läuft seit 25. Februar in den Kinos) ist ein unterhaltsamer und investigativer Film, der zeigt, dass Plastik zu einer Bedrohung für Mensch und Umwelt geworden ist.
Die gleichen Schadstoffe, die in Alltagsprodukten aus Plastik zum Einsatz kommen, konnten bei Untersuchungen bereits im menschlichen Körper nachgewiesen werden. Das ist höchst beunruhigend. Spricht doch immer mehr dafür, dass es eine Verbindung zwischen dieser Belastung und zahlreichen Zivilisationskrankheiten gibt.
Besonders weitreichende Auswirkungen haben dabei hormonell wirksame Substanzen. Dazu gehören zum Beispiel Phthalate, die als Weichmacher eingesetzt werden, und Bisphenol A. Sie greifen in das fein ausbalancierte Hormonsystem ein, das alle Stoffwechselvorgänge des Körpers steuert. Eine Vielzahl von Erkrankungen und Störungen wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Bei Jungen kann die Belastung mit hormonellen Chemikalien zu Missbildungen der Geschlechtsorgane und Unfruchtbarkeit führen, bei Mädchen können verfrühte Pubertät sowie, im späteren Alter, Brustkrebs die Folge sein. Auch Allergien und Asthma-Krankheiten, die in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetreten sind, können im Zusammenhang mit der Belastung durch hormonelle Stoffe stehen.
Das Besondere an diesen Substanzen ist, dass sie schon bei extrem geringen Dosen das Hormonsystem stören können. Deswegen gibt es für sie keine sicheren Grenzwerte. Zudem können sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Einzeln betrachtet mögen die Schadstoffe dann keine messbare Wirkung haben – zusammen addieren sie sich zu einem gefährlichen Chemikaliencocktail. Föten im Mutterleib und Kleinkinder sind besonders gefährdet, da sie sich noch in der Entwicklung befinden und Störungen des Hormonsystems besonders weitreichende Folgen haben können – bis hin zu Organschädigungen.
Wissenschaftler haben erneut bewiesen, dass Menschen mit einem höheren Anteil an Bisphenol A (BPA) im Urin weitaus häufiger an Herzproblemen leider als Probanden mit einem geringeren BPA-Urin-Level. BPA wird zur Herstellung von Plastikflaschen und Nahrungsmittelverpackungen verwendet und imitiert Östrogen. In zahlreichen Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass dadurch die Spermienzahl verringert und Prostata-Krebs sowie Entwicklungsprobleme gefördert werden. Mehr unter www.plastic-planet.de. Auch der Sender Arte wird seine Sendung “Eine Welt aus Plastik” wiederholen.

Beate Nash





Wenn wohnen krank macht



Auch in unseren Wohnungen sorgen u.a. Kunststoffe für gesundheitliche Belastungen. Nicht nur Baubiologen achten daher inzwischen auf die Auswahl unbedenklicher Materialen beim Hausbau, Innenausbau und bei der Einrichtung. Zur Belastung in Innenräumen tragen eine Vielzahl von chemischen Stoffen, biogenen Teilchen, Fasern, Radioaktivität sowie elektrische und magnetische Felder bei. Hier reichern sich die Stoffe an und stellen – vor allem als Schadstoffcocktail - einen Risikofaktor für Gesundheit und Wohlbefinden dar. Nur wenige Schadstoffe lassen sich an einem typischen Geruch erkennen. Viele Betroffene wissen oft nicht, dass sie unter Auswirkungen dieser Stoffe leiden. Bei verschlechtertem Gesundheitszustand, Erkältungssymptomen, Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen und depressiven Stimmungen können Innenraumschadstoffe eine Rolle spielen. So kann Formalddhyd in Pressspanplatten oder Textilien zu Reizungen der Augen und Atemwege, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen führen und steht im Verdacht Krebs zu erregen. Ganz klar krebserzeugend sind Pestizide. Ebenfalls verantwortlich für Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Unwohlsein können Lösemittel sein. Die Weichmacher DEHP und DBP sind u.a. in PVC, Duchvorhängen, Vinyltapeten, Elektrokabeln, Wandfarben, Lacken und Klebstoffen enthalten. DEHP wird von der amerikanischen Umweltbehörde EPA als wahrscheinliches Hautkarzinogen eingestuft. Bei DEHP und DBP besteht der Verdacht auf zentralnervöse Effekte, Störungen des Immunsystems und Fortpflanzungsstörungen. Isocyanate, die sich in Kunststoffen auf Polyrethanbasis, PU-Spanplatten, Bodenversiegelung auf PU-Basis und PU-Schäumen befinden, rufen Haut- und Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und in hohen Konzentrationen Asthma hervor. Bei Luftfeuchtigkeit entstehen krebserregende Diamine.

Unbedenklichen Materialien, gesunden und umweltneutralen Baustoffen muss also auf jeden Fall der Vorzug gegeben werden. Mehrheitlich werden z.B. synthetische Bodenbeläge angeboten, die bis zu 20 bis 30 verschiedene Chemikalien ausdünsten. Alternativen hierzu sind Brücken und Läufer aus Naturfasern, die mit ungiftigen Naturfarben gefärbt wurden und Naturholzböden. Alternativen gibt es auch bei Farben und Lacken, bei Tapeten und Stoffen. Aber auch beim täglichen Wohnen und Reinigen kann man darauf achten, natürliche Produkte einzusetzen. So empfehlen sich Borax, Soda und reine Seife, Essig als Ersatz für Weichspüler, als Fensterreiniger oder Fleckentferner sowie getrocknete Kräuter als Lufterfrischer.

daniB



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